So soll die Betreuung verbessert werden - 8.6.19

Biberacher Kita-Leitungen diskutieren mit Referatsleiterin des Kultusministeriums

Thomas Dörflinger und Ilse Petillot-Becker diskutieren mit den Leiterinnen der Biberacher Kitas. Foto: Privat

Biberach - Eine gute Betreuung für Kinder ist das gemeinsame Ziel von Kindertagesstätten (Kitas), Eltern, Trägern und Politik. Aus dem jüngst in Kraft getretenen Gute-Kita-Gesetz stellt der Bund ab 2019 bis 2022 rund 730 Millionen Euro für eine Stärkung der Kitas in Baden-Württemberg zur Verfügung. Wie das Land diese Mittel konkret in die Kinderbetreuung investieren will, darüber diskutierten jüngst die Biberacher Kita-Leitungen mit Ilse Petilliot-Becker, Referatsleiterin für frühkindliche Bildung im Kultusministerium.


Neben den Leitungen der städtischen, katholischen und evangelischen Einrichtungen in Biberach nahm auch eine Trägervertreterin teil. Ziel war es, dass die Kindertagesstätten sich über den Sachstand informieren und ihre Anliegen vorbringen konnten. Eingeladen hatte hierzu Lucia Authaler, Leiterin des Kindergartens St. Michael, wobei Landtagsabgeordneter Thomas Dörflinger (CDU) den Kontakt mit dem Ministerium herstellte und die Diskussion moderierte.


Sehr begrüßt wurde seitens der Kitas, dass das Land vor allem in die Qualität der Betreuung investieren wolle. Angedacht sei daher, so Petilliot-Becker, alle Kindertagesstätten mit einem Sockelbetrag für die Leitungszeit zu unterstützen - bisher lag diese Aufgabe ausschließlich bei den Einrichtungsträgern. Denn gerade die Führungsaufgaben, wie die Weiterentwicklung pädagogischer Konzepte, Personal- wie Budgetaufgaben sowie Elterngespräche, seien wichtig für die Qualität der Kinderbetreuung. Dafür stehe bisher wenig Zeit zur Verfügung. Das Land müsse dabei Standards für die Leistungszeit festlegen, also konkrete Führungsaufgaben benennen, die mitfinanziert würden. Mit öffentlichen Rechenschaftsberichten solle gewährleistet werden, dass das Geld dann auch in diese Aufgaben fließe. 


Den Kita-Leitungen ist es wichtig, dass bei einem Einstieg der öffentlichen Hand in die Mitfinanzierung der Leitungszeit die Kita-Träger nicht einfach ihren Beitrag dafür kürzen. Zudem müsse der Sockelbetrag die verschiedenen Anforderungen der unterschiedlichen Einrichtungen bei den Führungsaufgaben berücksichtigen. Ein weiteres Anliegen war die Stärkung der Praxisintegrierten Ausbildung (PiA), die wichtig für den Fachkräftenachwuchs ist. Die Personalgewinnung ist ein Thema, das heute schon fordert - Werbung in weiterführenden Schulen wäre da sehr wertvoll.


Außerdem wurde die Bedeutung der Kooperation zwischen Kindertagesstätten und Grundschulen für einen guten Übergang hervorgehoben, wobei die Leitungen auch die damit verbundene Bürokratie bewältigen müssten.  Eine positive Bereitschaft seitens der Grundschulen ist die Voraussetzung.


Das Kultusministerium arbeitet derzeit an einer Konzeption zur Umsetzung des Gute-Kita-Gesetzes, mit dem die Qualität der Einrichtungen weiter ausgebaut werden soll. Die Kitas werden sehen, wie sie dieses umsetzen können.   

Copyright Schwäbische Zeitung - Ausgabe Biberach vom 8.6.2019