Land will Ökokraftstoff jetzt auch für den Diesel - 19.01.21

Bislang war der Einsatz nur für den Lastverkehr geplant

Von Klaus Köster

STUTTGART. Die Landesregierung setzt nicht mehr darauf, erneuerbare Kraftstoffe nur in Flugzeugen, Schiffen und Lastwagen einzusetzen, sondern will sie künftig auch in Diesel- und Benzinautos nutzen. In einer Kabinettsvorlage des Verkehrsministeriums, die zwischen den Ministerien bereits abgestimmt ist und unserer Zeitung vorliegt, heißt es, in Wissenschaft und Politik setze sich „zunehmend die Erkenntnis durch, dass ohne synthetische Kraftstoffe auf der Basis erneuerbarer Energien unsere Klimaziele nicht erreicht werden können“. Zudem gelte es, angesichts der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie Chancen für künftige Märkte und Arbeitsplätze zu nutzen.

Noch vor einigen Monaten war der Einsatz dieser Kraftstoffe für Autos in der Landesregierung mit viel Skepsis verfolgt worden, da sie als Wettbewerber des E-Antriebs gelten. Die CDU hatte deren Einsatz auch im Auto schon lange gefordert; in letzter Zeit setzte sich zunehmend auch Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) dafür ein. Zugleich sagte er vor einigen Wochen unserer Zeitung, das Ziel sei nicht, möglichst lange Verbrenner zu bauen, sondern der Einsatz in Autos, die es bereits gibt. Auch in der Kabinettsvorlage ist nun die Rede vom Einsatz in der Pkw-Bestandsflotte.

Synthetische Kraftstoffe können aus Kohlendioxid und Wasser unter Einsatz erneuerbaren Stroms gewonnen werden. Bei der Verbrennung dieser Kraftstoffe wird CO2 freigesetzt, das zuvor der Atmosphäre entnommen worden war. Sie sind deshalb im technischen Sinne klimaneutral.

„Auch nach 2030 werden noch zahlreiche Fahrzeuge mit dem klassischen Verbrennungsmotor fahren“, erklärte der verkehrs- politische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Thomas Dörflinger, unserer Zeitung. Es sei daher zwingend, auch auf den Einsatz von synthetischen Kraftstoffen zu setzen. „Denn nicht der Verbrennungsmotor ist das Problem, sondern die Tankfüllung.“

© Stuttgarter Nachrichten, Ausgabe Fellbach und Rems-Murr-Kreis vom 19. Januar 2021, Seite 1

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