"Riesenerleichterung" beim CDU-Mann - 15.3.21

Thomas Dörflinger verteidigt das Direktmandat

CDU-Kandidat Thomas Dörflinger vertrieb sich am Wahlsonntag die Zeit beim Kartenspiel mit seinen Kindern. (Foto: privat)

Markus Dreher
Biberach

So sehr ihn das CDU-Ergebnis auf Landesebene schmerzt, sagt Thomas Dörflinger, „ich freue mich riesig, dass ich das Direktmandat verteidigen konnte“. Das sei „eine Riesenerleichterung“, nachdem die Umfragen durchaus auch sein Mandat wacklig erscheinen ließen. Dass er am Ende die Verluste im Wahlkreis Biberach gegenüber 2016 begrenzen konnte, obwohl die CDU auf Landesebene weiter zurückfiel und deutlich hinter den Grünen lag, wertet er denn auch als Erfolg seiner Arbeit.


Er habe bis zum Schluss gekämpft und seine Kampagne „bewusst auf mich als Wahlkreisabgeordneten zugeschnitten“. Gute Rückmeldungen und ein paar Teilergebnisse zeigen in seinen Augen, dass sich die Arbeit vor Ort auszahle. Allerdings habe er und habe die CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann zu spüren bekommen, „die ganz große Mehrheit der Wähler wollte keine Veränderung an der Spitze“. Gegen den Amtsbonus des Regierungschefs zu punkten, sei schwierig, und das Ein-Stimmen-Wahlrecht habe das auch für ihn als Wahlkreisabgeordneten zu einer Herausforderung gemacht.


Auf Landesebene sei das CDU-Ergebnis „eine große Enttäuschung“, kommentiert Dörflinger. Wieviele Stimmen die Maskenaffäre gekostet haben mag, bleibt Spekulation. Dörflinger jedenfalls hat sich „selber saumäßig aufgeregt und war richtig sauer“, dass er an den Wahlständen Fragen beantworten musste. Die Corona-Politik war ein wichtiges Thema, indes habe die Landesregierung die Maßnahmen geschlossen mitgetragen - am Ende selbst in der Schulpolitik, wo Eisenmann als Kultusministerin die Schulen gerne etwas eher geöffnet hätte.


Zu einer Zusammenarbeit mit den Grünen sagt Dörflinger grundsätzlich: „Wenn man gestalten möchte, sollte man das tun - aber nicht zu jedem Preis.“ Er wolle im Wahlkreis Dinge gestalten. „Aber man muss morgens in den Spiegel schauen können.“ Zum Beispiel habe er sich für eine Ortsumfahrung Ingoldingen starkgemacht. In einer möglichen Koalition mit erstarkten Grünen könne er nicht plötzlich das Gegenteil vertreten.

Copyright Schwäbische Zeitung - Ausgabe Biberach vom 15.03.2021

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Im Cookie-Kontrollzentrum können Sie Ihre persönlichen Einstellungen festlegen. Mit dem Klick auf „Erlauben“ erklären Sie sich damit einverstanden. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.