Zusage: Ortsumfahrung Ingoldingen wird gebaut - 26.11.20

Ingoldinger Ortsumfahrung ist neu in den Landesverkehrsplan aufgenommen worden

Solche Bilder werden bald Geschichte sein. Das Land hat eine Ortsumgehung in seinen Generalverkehrsplan aufgenommen. (Foto: Katrin Bölstler/Archiv)

Von Katrin Bölstler

Stuttgart/Ingoldingen

Das Ministerium für Verkehr hat am Mittwoch seinen überarbeiteten Maßnahmenplan für Landesstraßen vorgestellt. Ganz neu mit dabei ist die Ortsumfahrung von Ingoldingen. Es ist die einzige Baumaßnahme im Regierungspräsidium Tübingen, die bei der Überarbeitung neu mit aufgenommen wurde.

Verkehrsminister Winfried Hermann zog zu Beginn der Präsentation eine Bilanz. „Die Straßenbauverwaltung hat in den vergangenen Jahren sehr gute Arbeit geleistet. Viele wichtige Neu- und Ausbauprojekte sind abgeschlossen oder in der Bauphase“, sagte er laut einer Pressemitteilung des Ministeriums. Zusätzlich zur Schwerpunktsetzung auf den Erhalt des Landesstraßennetzes seien 35 Neu- und Ausbauprojekte zur Entlastung hoch belasteter Ortsdurchfahrten und zur Verbesserung des Straßennetzes seit 2015 umgesetzt worden oder befänden in der Bauphase. Bislang habe das Land hierfür mehr als 200 Millionen Euro ausgegeben. Die Überarbeitung des Maßnahmenplans kam zu dem Ergebnis, dass immer noch zahlreiche Ortsdurchfahrten von Lärm- und Schadstoffbelastungen betroffen oder Streckenabschnitte aus Gründen der Verkehrssicherheit auszubauen sind. Daher wurden sechs Projekte mit hoher Dringlichkeit und hohem Wirkungsgrad zusätzlich in den Plan aufgenommen - und dazu zählt auch Ingoldingen.

Ingoldingens Bürgermeister Jürgen Schell freute sich über die gute Nachricht aus Stuttgart: „Dafür haben der Gemeinderat, unser Landtagsabgeordneter Thomas Dörflinger, viele Ingoldinger und ich jahrelang gekämpft. Damit haben wir die Gelegenheit, die Lebensqualität der Menschen, die an der Durchgangsstraße leben, deutlich zu verbessern. Und es ist eine große Chance für die ganze Bevölkerung der Ortschaft Ingoldingen.“

Auch der CDU-Landtagsabgeordneter Thomas Dörflinger zeigte sich sehr zufrieden. „Das ist eine gute Nachricht für viele Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Ingoldingen. Die Ortsumfahrung Ingoldingen kann nun vom Land gebaut werden, um die Bevölkerung vom Durchfahrtslärm zu befreien“, teilte er in einer Pressemitteilung mit. Damit leiste die Ortsumfahrung einen wichtigen Beitrag zum Gesundheitsschutz. „Bei den Koalitionsverhandlungen 2016 war es uns damals wichtig, dass der Maßnahmenplan während der Laufzeit evaluiert wird. Und genau diese Evaluierung war die Chance für die Gemeinde Ingoldingen, die auch genutzt wurde. Mit ihrem Gutachten hat sich die Gemeinde sehr gut auf diese Evaluierung vorbereitet“, so Dörflinger.

Auch für ihn sei dieses Gutachten für seine Gespräche mit dem Verkehrsministerium sehr hilfreich gewesen. „Um es auf den Punkt zu bringen: Die positive Nachricht aus Stuttgart ist auch ein Ergebnis der guten Zusammenarbeit mit Bürgermeister Jürgen Schell vor Ort und zeigt, was möglich ist, wenn alle an einem Strang ziehen.“

Laut Verkehrsministerium waren ausschlaggebend für die Aufnahme in den Maßnahmenplan ein sehr hoher und in den vergangenen Jahren stark angestiegener Schwerverkehrsanteil sowie „unvorhersehbare räumliche Entwicklungen mit Auswirkungen auf das Schwerverkehrsaufkommen“. Im künftigen Maßnahmenplan sind nun insgesamt 117 Projekte mit einem Gesamtvolumen von derzeit rund 650 Millionen Euro enthalten. Dieser Bedarf wird sich aufgrund der seit Jahren stark ansteigenden Baupreise künftig weiter erhöhen. Da eine Umsetzung aller Maßnahmen bis 2025 vor dem Hintergrund der langen Planungszeiträume und begrenzten Mittel nicht realistisch ist, wird die Laufzeit des Maßnahmenplans bis 2035 verlängert. Eine erneute Evaluation des Maßnahmenplans ist für 2025 vorgesehen.

Um den Zustand des Landesstraßennetzes auch weiterhin dauerhaft zu verbessern, besteht im gleichen Zeitraum für den Erhalt und die Sanierung des Landesstraßennetzes ein Bedarf von durchschnittlich rund 240 Millionen Euro jährlich. Dieser liegt somit um das Vier- bis Fünffache höher als für den Neu- und Ausbau von Landesstraßen. Minister Hermann betonte: „Auch in Zukunft sollte der Straßenbau unter der Prämisse Erhaltung vor Aus- und Neubau erfolgen.“

Copyright Schwäbische Zeitung - Ausgabe Biberach vom 26.11.2020

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