Normalität bei der Lebensmittelversorgung - 13.8.20

Großhändler Utz spricht über aktuelle Versorgungssituation und welche Hoffnung er hat

Thomas Dörflinger (2. v. l.) mit den Verantwortlichen der Firma Utz: Matthias Utz (v. l.), Jens Schröder, Rainer Utz und Roswitha Utz-Parusel. (Foto: Tobias Rehm)

Von Tobias Rehm

Ochsenhausen - Die Firma Utz Lebensmittel Großhandel aus Ochsenhausen blickt auf bewegte Monate zurück. Schließlich rückte die Lebensmittelversorgung zu Beginn der Corona-Pandemie verstärkt in den Blickpunkt. Firmenchef Rainer Utz, seit mehr als 40 Jahren in dieser Branche tätig, spricht rückblickend von einer „einmaligen Situation“. Einen derart rasanten Anstieg der Nachfrage bei Hygiene- und Grundnahrungsmitteln innerhalb weniger Tage habe er noch nie erlebt. Beim Firmenbesuch des Landtagsabgeordneten Thomas Dörflinger (CDU) am Mittwoch berichtete Utz, „dass sich die Versorgungssituation insgesamt wieder normalisiert hat“.


Zwar habe es zu Beginn der „Hamsterphase“ gewisse Engpässe und „Lücken bei einzelnen Produkten“ gegeben, die Versorgungssicherheit sei jedoch jederzeit gewährleistet gewesen. Die Nachfrage in der Nahversorgung sei nach wie vor etwas höher im Vergleich zum Vorjahr, so Rainer Utz, dessen Firma neben Tankstellenshops, Bäckereien und Metzgereien unter anderem auch 400 Lebensmitteleinzelhandelsgeschäfte in Baden-Württemberg und Bayern beliefert. Die aktuelle Nachfrage führt er unter anderem darauf zurück, dass immer noch viele Menschen von zu Hause aus arbeiteten und in diesem Sommer nicht so viel verreist werde. Überhaupt hätte manch einer in Corona-Zeiten festgestellt, dass es auch vor Ort im Dorfladen eine „gute Nahversorgung“ gebe.


Auch Thomas Dörflinger betont, dass viele in der Corona-Krise mitbekommen hätten, wie wichtig ein Dorfladen sei. Deshalb sei es wichtig, diese „kleinen Strukturen zu erhalten und nicht nur im Krisenfall darauf zurückzugreifen“. Dies sei auch ein Anliegen der Landesregierung, so der CDU-Politiker. Mit Förderprogrammen wie dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) könne die Politik in diesem Bereich ihre Unterstützung anbieten, die Grundversorgung sei hier einer der Schwerpunkte.


Rainer Utz äußert beim Dörflinger-Besuch auch die Hoffnung, dass in Sachen Nahversorgung Lehren aus der Krise gezogen werden. „Wir hoffen, es ist im Bewusstsein der Kunden angekommen, dass der Dorfladen nicht nur ein Notnagel ist.“ Es sei schließlich auch ein Stück Lebensqualität, wenn man sich direkt vor Ort versorgen könne. Thomas Dörflinger appelliert ebenso, nicht nur im Dorfladen einzukaufen, wenn zu Hause gerade das Mehl ausgegangen sei. Die Landespolitik könne diese Nahversorger neben Zuschüssen mit Kampagnen unterstützen, wie beispielsweise jener mit dem Titel „Wir versorgen unser Land“.


Die Firma Utz Lebensmittel Großhandel hat erst vor Kurzem drei Millionen Euro am Standort im Ochsenhauser Gewerbegebiet investiert. Das Logistikzentrum wurde um 2500 Quadratmeter erweitert. Gerade rechtzeitig wurde der Neubau fertig, ehe sich das Coronavirus auch in Deutschland ausbreitete. Rainer Utz spricht deshalb von einem „Glücksfall“, dass die neue Nutzfläche in Zeiten der „Nachfragespitze“ zur Verfügung stand. „Das hat uns in dieser Situation sehr geholfen.“


Für eine mögliche zweite Welle der Corona-Pandemie habe sein Unternehmen die Notfallpläne in der Schublade, erklärt der Firmenchef. Man wisse, wie man reagieren könne. Rainer Utz bezieht sich dabei vor allem auf die Personalplanung in Verwaltung, Lager und Logistik. Im Warenlager werde hingegen keine Notreserve aufgebaut: „Wir können uns eigentlich nicht bevorraten, wir wollen frische Waren liefern.“

Copyright Schwäbische Zeitung - Ausgabe Biberach vom 13. August 2020

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