Lockdown wirkt sich auch auf Weinhandel aus - 9.11.20

Der private Konsum ist jedoch gestiegen - Weinzentrale zieht durchwachsenes Fazit

Zu Besuch bei der Weinzentrale Eberle (von links): OB Gerold Rechle, Susanne und Stephan Müller, Friedlinde Gurr-Hirsch, Thomas Dörflinger, Siegfried Schneider. (Foto: Burkhard Volkholz)

sz - Laupheim

Wein ist in Baden-Württemberg ein Kulturgut, dessen Herstellung und Handel gerade auch in ländlichen Regionen ein wirtschaftlicher Faktor ist. Wie sich die aktuelle Situation - auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie - für den Weinhandel darstellt, war Thema bei einem Gespräch von Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz und dem Biberacher CDU-Landtagsabgeordneten Thomas Dörflinger mit der Inhaberfamilie Müller von der Weinzentrale Eberle in Laupheim.


Begleitet wurden die Gäste von OB Gerold Rechle, dem CDU-Stadtverbandsvorsitzenden Siegfried Schneider und Stadtrat Burkhard Volkholz. Der Besuch fand unter Einhaltung der Hygieneregeln noch vor dem Inkrafttreten der derzeit geltenden verschärften Corona-Maßnahmen statt.


Die Inhaberfamilie Müller berichtete über die aktuelle Situation im Unternehmen. Die Weinzentrale Eberle, die auf eine 90-jährige Firmengeschichte zurückblicken kann, beliefert mit ihren 30 Mitarbeitern und eigener Logistik die Gastronomie und den Handel im süddeutschen Raum mit Wein, Sekt und Spirituosen. Im Fachgeschäft in Laup-heim finden Weinfreunde ein umfassendes Angebot. Stephan Müller machte deutlich, dass sich der stetige Rückgang der Gastronomie in ländlichen Regionen schon seit geraumer Zeit auf den Weinhandel auswirke. Erfreulich sei jedoch, dass dies durch die positive Entwicklung gerade in den Urlaubsregionen Bodensee und Allgäu weitestgehend ausgeglichen werden könne.


„Die Corona-Krise hat deutliche Spuren bei uns hinterlassen“, berichtete Susanne Müller. „Kurzarbeit und ein deutlicher Umsatzrückgang sind Folgen des Lockdowns und der Schließung der Gastronomie im März gewesen. Zudem sind private Feiern, Hochzeiten und Veranstaltungen nahezu komplett weggebrochen, die das Geschäft vor allem in den Sommermonaten stark prägen.“ Die langfristigen Folgen für die Gastronomie und damit auch für die Weinzentrale seien jedoch noch nicht abzusehen, immerhin realisiere das Unternehmen in diesem Segment mehr als 60 Prozent seines Umsatzes. Demgegenüber habe der private Konsum deutlich zugenommen und zu einer sehr erfreulichen Entwicklung im Einzelhandel geführt, obwohl coronabedingt keine Verkostungen und Veranstaltungen stattfinden konnten.


Christian Müller stellte die Entwicklung des Onlinehandels vor, welcher der absolute Gewinner gerade seit Corona sei. Die Weinzentrale betreibt seit vier Jahren einen Online-Shop, der in den vergangenen Monaten auch durch die Nutzung des Bundes-Förderprogramms „GoDigital“ neu konzeptioniert wurde.

Copyright Schwäbische Zeitung - Ausgabe Laupheim vom 9.11.2020

Wir verwenden Cookies um unsere Website zu optimieren und Ihnen das bestmögliche Online-Erlebnis zu bieten. Im Cookie-Kontrollzentrum können Sie Ihre persönlichen Einstellungen festlegen. Mit dem Klick auf „Erlauben“ erklären Sie sich damit einverstanden. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.