Gütesiegel "vorbildlich" - 28.10.20

MdL Thomas Dörflinger und Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch besuchen den Aßmannshardter Dorfladen

Schwarze Zahlen trotz Corona? Wie das möglich ist, hat Landtagsabgeordneter Thomas Dörflinger (CDU) gemeinsam mit Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz bei einem Besuch in Aßmannshardt erfahren.

VON LINDA LEINECKER

ASSMANNSHARDT - Es ist eine blau gepunktete, unscheinbare Packung, die das Interesse der Staatssekretärin weckt. Eilig geht sie auf das Regal zu und zeigt auf „Linde’s Kornkaffee“. „Das habe ich seit meiner Kindheit nicht mehr gesehen", erklärt die Politikerin den anderen Anwesenden lachend. Die Mischung aus Altvertrautem und Modernem - sowohl was das Sortiment als auch die Ausstattung betrifft - ist nur einer der Gründe für den Erfolg des Aßmannshardter Dorfladens, der 2011 ins Leben gerufen wurde und seitdem aus dem Leben vieler Kunden nicht mehr wegzudenken ist. So sagt der ehrenamtliche Geschäftsführer Frank Sauter: „Die Leute leiden gerade da runter, dass sie sich nicht mehr bei uns im Café-Bereich in großen Gruppen treffen dürfen.“ Der Dorfladen sei nämlich nicht nur eine bloße Einkaufsmöglichkeit, sondern vielmehr auch eine Begegnungsstätte. Da kämen zum Kaffeekränzchen dann schon mal zehn Rentner dem 60 Quadratmeter großen Dorfladen zusammen, erläutert Sauter den beiden Politikern.

Diese zeigen sich vom Konzept des Ladens sichtlich beeindruckt. „Das Dorfleben ist ein Thema, das uns einfach nicht loslässt“, erklärt Gurr-Hirsch ihren Besuch. Besonders interessant seien deswegen Dorfläden, die erfolgreich angelaufen seien, um bei zukünftigen Ladenprojekten Fehler zu vermeiden.

Dass man die Bürger bereits von Anfang an am Geschehen um den Dorfladen involviert habe – beispielsweise durch eine Umfrage – sei eines der Geheimnisse seines Erfolges, sagt Sauter. Der Dorfladen ist als Betreibergesellschaft eingetragen; Bürger können sich über Geschäftsanteile daran beteiligen. Sauter bemerkt: „Wir haben insgesamt 80 Teilhaber.“ Doch nicht nur diese würden regelmäßig zum Einkaufen kommen, sondern auch Kunden aus dem ganzen Umgebungsbereich.

Auch der Großteil der Waren wird von regionalen Händlern bezogen. Die Wurst etwa stammt von der Biberacher Metzgerei Koch, und sowohl Nudeln als auch Honig aus heimischer Produktion werden unter anderem angeboten; die Backwaren kommen ebenfalls vom lokalen Bäcker. Insgesamt sind es 18 Zulieferer aus der Region. Zudem wird der Dorfladen regelmäßig von dem Ochsenhauser Unternehmen Utz Lebensmittel Großhandel beliefert. Dessen Geschäftsführer Rainer Utz lobt: „Es ist wirklich beeindruckend, mit wie viel Engagement und Herzblut Herr Sauter und sein Team arbeiten.“ Auch Bürgermeister Mario Glaser bezeichnet den Dorfladen als „vorbildlich“.

„Wie hat sich der Umsatz während der Corona-Pandemie entwickelt?“, erkundigt sich Dörflinger. Die Umsatzsteigerungen seit Corona würden bei zehn bis 15 Prozent liegen, antwortet Sauter. Während dem Lockdown seien die Zahlen höher, in der „freieren“ Zeit im Sommer etwas niedriger gewesen. Er erklärt: „Die Leute kommen lieber hierher, wo sie die Menschen kennen, anstatt in den großen Supermarkt zu gehen, wo sie 200 Fremden begegnen.“ Er habe sich mit anderen Dorfläden ausgetauscht, die meisten von ihnen würden von positiven Umsatzzahlen berichten. „Es gibt momentan definitiv eine Änderung im Bewusstsein der Menschen gegenüber Dorfläden“, sagt Sauter. „Hoffen wir, dass es so bleibt.“

Copyright SÜDFINDER Biberach vom 28.10.2020

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