Biberach weiter im Rennen um Biber-Modellprojekt - 15.1.20

Minister Untersteller sendet positive Signale nach Anfrage des Landtagsabgeordneten Dörflinger

sz/mad

Biberach - Der Biberacher Landtagsabgeordnete Thomas Dörflinger (CDU) setzt sich nach eigenem Bekunden nachdrücklich dafür, dass der Landkreis Biberach tatsächlich in das Biber-Modellprojekt des Landes aufgenommen wird. Der Kreis war bereits Teil eines Pilotprojekts zur Problemanalyse. Künftig soll es darauf aufbauend um Strategien zur Entschärfung von Konflikten gehen. Der Kreistagsausschuss für Umwelt und Technik hat hierfür bereits 15 000 Euro fürs Jahr 2020 bewilligt (SZ berichtete).

Dörflinger sagt: „Eine breite Akzeptanz des Bibers in der Bevölkerung ist darauf angewiesen, dass schwerwiegende Konflikte schnell, wirksam und nachhaltig gelöst werden.“ Eine Weiterentwicklung des Biber-Managements sei „dringend geboten“ und würde den betroffenen Grundstücksbesitzern und Gemeinden „konkret helfen“.

In der Antwort auf eine kleine Anfrage Dörflingers schreibt Umweltminister Franz Untersteller (Grüne), die Auswahl der Teilnehmer orientiere sich an der Population und der Konfliktträchtigkeit. Im Fokus stünden „derzeit“ die Kreise Biberach, Ravensburg, Sigmaringen und Alb-Donau. Demnach hat sich die Biberpopulation im Kreis Biberach in den vergangenen zehn Jahren in etwa verfünffacht auf jetzt schätzungsweise 1050. „Aufgrund seines Gewässerreichtums und seiner flachhügeligen Landschaft gehört der Landkreis Biberach zu den besonders konfliktträchtigen Landkreisen.“

Wann das Projekt beginnen soll, sagt Untersteller nicht. Das Ministerium habe die Naturschutzbehörde angewiesen, potenzielle Biberreviere auszuwählen. Danach müssten weitere Details mit dem Landwirtschaftsressort abgestimmt werden. In dem Modellprojekt sollen auch „Möglichkeiten und Grenzen“ des Bejagens des streng geschützten Tiers – wohlgemerkt in konkreten Konfliktfällen, sofern Ausnahmegenehmigungen erteilt werden – ausgelotet werden. Noch unklar ist laut Ministerium, ob eine systematische Erhebung und Bewertung von Konflikten und Schäden erfolgen soll. Dörflinger kommentiert: „Ein Verweis auf mangelnde Daten zu den durch den Biber verursachten Schäden und Kosten entbindet nicht davon, wirksame und nachhaltige Lösungen für schwerwiegende Konfliktfälle mit dem Biber voranzutreiben. Denn diese Probleme im Landkreis Biberach sind eine Tatsache und müssen gelöst werden.“

Copyright Schwäbische Zeitung - Ausgabe Biberach vom 15.01.2020

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