„Großer Bahnhof“ für den Landtagsabgeordneten - 28.9.20

Thomas Dörflinger macht Station in den drei Dürmentinger Ortsteilen Hailtingen, Heudorf und Burgau

Landwirt Franz Egle (von links) informiert Bürgermeister Dietmar Holstein und den CDU-Landtagsabgeordneten Thomas Dörflinger über die Arbeitsweise des Melk-Roboters. (Foto: Wolfgang Lutz)

Von Wolfgang Lutz

Dürmentingen - Überrascht hat sich nicht nur Bürgermeister Dietmar Holstein über die große Delegation gezeigt, die den CDU-Landtagsabgeordneten Thomas Dörflinger bei seinem Gemeindebesuch in Dürmentingen begleitet hat. Fast der ganze Gemeinderat sowie die Vertreter der Ortsteile starteten vom Rathaus aus zur Rundreise. Nicht zu vergessen Pfarrer Francis Nwosu, dessen Interesse vor allem der abschließenden Diskussionsrunde zusammen mit Vertretern der drei Landjugendgruppen galt. Für Bürgermeister Dietmar Holstein war der Besuch des Politikers auch willkommener Anlass, um ihm die Anliegen und Probleme der Gemeinde darzulegen.


Erste Station der Delegation war dann der neue Milchviehstall der Familie Gerda und Franz Egle im Ortsteil Hailtingen. Seit knapp einem dreiviertel Jahr wird hier Milchwirtschaft im modernsten Stil betrieben. Der Stall ist mit seiner Technik für die Zukunft ausgerichtet und bei der Finanzierung konnte man auch auf Zuschüsse bauen, die laut Franz Egle in Baden-Württemberg gewährt werden. Trotz allem technischen Komfort werde Stroh im Liegebereich der Kühe eingestreut, denn das Tierwohl sei ihm wichtig, so der Landwirt. „Nur eine gesunde Kuh gibt Milch“, weiß er aus Erfahrung. Herzstück des Stalls ist natürlich die Melkzentrale mit drei Melkrobotern. Nun werde rund um die Uhr gemolken und damit sei ein ganz anderes wirtschaftliches Arbeiten im Stall angesagt. „Wenn ich nach dem Frühstück in den Stall komme, sind bereits 80 Prozent meiner Kühe gemolken“, so Franz Egle. Dadurch könne man sich anderen Arbeiten widmen, die auf dem Hof anfallen.


Beeindruckt zeigte sich auch Bürgermeister Dietmar Holstein über die moderne Art der Milchviehhaltung mit all ihrer Technik und Automation. Der mit einem „landwirtschaftlichen Praktikum“ ausgestattete Landtagsabgeordnete Thomas Dörflinger sah auch, dass die Bauern auf schnelles Internet angewiesen sind, denn die Technik sei für so ein Konzept, wie es die Familie Egle betreibe, unumgänglich. „Es prasseln auf uns unzählige Datenmengen ein“, wusste Franz Egle zu berichten. Dass durch die hofeigene Milch auch ein schmackhafter Käse erzeugt wird, davon konnte sich die Besucher bei den Häppchen überzeugen, die Gerda Egle als Kostprobe anbot.

Heimleiter Jürgen Schmid von der Jugendhilfeeinrichtung St. Fidelis in Heudorf mit Thomas Dörflinger beim Apfelsaft-Anstich aus eigenem Obstanbau. (Foto: Wolfgang Lutz)


Im Teilort Heudorf warteten Heimleiter Jürgen Schmid und Rektor Markus Schuster auf die Gäste in St. Fidelis. Diese klassische Jugendhilfe-Einrichtung mit etwa 100 Kindern und Jugendlichen besteht nun seit 65 Jahren und der tägliche Umgang mit ihnen sei eine Herausforderung, so der Heimleiter. Im Gegensatz zu früher bestünden nur noch fünf Wohngruppen, die überwiegende Zahl der Kinder und Jugendlichen wachsen in den Familien auf. Jürgen Schmid: „Wir sind eine gewisse Zeit unterstützend da, so in der Regel drei Jahre, dann sollte die Reise der Kinder weitergehen.“ Über handwerkliche Tätigkeiten werde unter anderem auch an den Berufsalltag herangeführt. Beispiele dafür zeigte Rektor Markus Schuster den Gästen auf. So war die Gartengestaltung ein Projekt, wird Bienenzucht betrieben und auch einen Tiefseilparcours hatten die Kinder in Eigenregie angelegt. Von einem Projekt profitierten dann auch die Gäste bei ihrem Besuch in St. Fidelis. Aus der eigenen Streuobstwiese wurden Äpfel gesammelt und Apfelsaft gepresst. Heimleiter Jürgen Schmid und Thomas Dörflinger übernahmen den „Fassanstich“ und dann konnten alle Beteiligten auf den Abstecher in St. Fidelis anstoßen.


Die letzte Station des interessanten Besichtigungsprogramms war im Ortsteil Burgau, wo man sich im Gasthaus „Preußischer Hof“ traf. Bei einem zünftigen Vesper ging Bürgermeister Dietmar Holstein nochmals auf die Themen ein, die in der Gemeinde Dürmentingen in Zukunft auf den Nägeln brennen. Ein wichtiges Thema dabei war die Grundversorgung am Ort mit einer lebendigen Ortsmitte. Hier sprach Holstein vor allem den Pflegebereich, die ärztliche Ausstattung sowie den Lebensmittelbereich an. „Wir müssen uns mit Hilfe von Zuschüssen um die Infrastruktur in der Gemeinde kümmern“, so Holstein. Dazu zählt natürlich auch der Breitbandausbau, der für die Betriebe in Dürmentingen unverzichtbar sei. „Corona hat auch bei unseren Betrieben und Firmen einiges außer Takt gebracht“, so die Aussage des Bürgermeister. „Wir müssen aber auch schauen, dass es der Kommune gutgeht, denn dann geht es auch den Bürgern gut“, ist sich Holstein sicher. Alles Themen, die dem Abgeordneten mit auf den Weg gegeben wurden.


Ihm sei es wichtig, dass die Kommunen in Zeiten von Corona weiterhin handlungsfähig bleiben, so Dörflinger. Dazu habe man entsprechende Programme aufgelegt, die zum einen den Betrieben zugutekämen. Aber dasselbe gelte auch für die Kommunen, denen ebenfalls Mittel zur Verfügung gestellt werden, die aber abgerufen werden müssten. „Aber irgendwann muss das Geld wieder zurück gezahlt werden“, nannte Dörflinger den Wermutstropfen. „Ihr habt einen guten Bürgermeister und eine gute Verwaltung. Wenn ich sehe, wie viele Gelder in den letzten Jahren nach Dürmentingen geflossen sind, dann ist das schon beachtlich.“ Wichtig, so der Abgeordnete, sei es daher auch in Zukunft, Förderanträge zu stellen und Gelder abzurufen. „Es ist wichtig, dass die Mittel weiterhin fließen und dafür will ich mich einsetzen“, lautete die Aussage des Landtagsabgeordneten.


Damit Bürgermeister Holstein und seine Verwaltung bei dem Politiker immer im Hinterkopf bleiben, hatte man ein passendes Geschenk parat: ein „Geduldsfaden“. Er soll nach dem Willen des Bürgermeisters nie reißen, auch wenn die Dürmentinger bei ihm ständig „anklopften“. Zum Ende des Gemeindebesuchs fand dann in Dürmentingen noch ein Austausch mit den Vertretern der drei Landjugendgruppen und dem Abgeordneten Thomas Dörflinger statt.

Copyright Schwäbische Zeitung - Ausgabe Riedlingen vom 28. September 2020

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