Schweißtreibende Aufgaben für die Reservisten - 3.7.19

35 Mannschaften beim Infanterietag in Ertingen - Sieger kommen aus Karlsruhe

Beim Übersetzen mit Boot sichert eine Teilnehmerin, während ihre Kollegen an den Paddeln für Tempo sorgen. (Foto: Wolfgang Lutz)

Von Wolfgang Lutz

Ertingen - Sie hatten es nicht leicht, die 35 Mannschaften von Reservisten und Bundeswehrangehörigen, die beim Infanterietag in Ertingen an den Start gingen. Zwei neue Ausgangsstartpunkte und zehn Stationen, an denen Geschick, Treffsicherheit und Können gefordert waren, verlangten von den Kämpfern einiges ab. Und das mit Durchschnittstemperaturen um 30 Grad, bei denen auch etwa 15 Kilometer an Marschstrecke zu bewältigen waren. Ein sehr sportlich-militärischer Wettkampf, den am Ende die RK Karlsruhe 3 gewann.

Diesmal lag der Schwerpunkt auf dem Schießen, es wurden aber auch Stationen aufgebaut, mit denen die Soldaten nicht gerechnet hatten. So mussten zum Beispiel an einer Station Kräuter, Gräser und Pflanzen erkannt und auch beurteilt werden, welche essbar und welche giftig sind. Nicht ganz einfach, wie sich zeigte, „aber im Ernstfall sehr entscheidend“, so ein Oberstleutnant vor Ort. Aber auch mit einem verunglückten Waldarbeiter umzugehen, erwies sich als schweißtreibende Aufgabe, vor allem bei den Wiederbelebungsversuchen. Nicht neu, aber in einer ungewohnten Umgebung im Wald sich dem Häuserkampf zu stellen, war eine knifflige Aufgabe. Die alte Scheuer, feindlich besetzt und das Kellergeschoss vermint, verlangte größte Aufmerksamkeit. Auch der Umgang mit dem Schlauchboot und das Übersetzen nach längerer Distanz hatte seine Tücken, vor allem am Steilufer, wo abgelegt wurde.

„Stillgestanden, die Augen zur Meldung links“, ließ Oberstleutnant Stefan Assfalg die rund 100 Reservisten zur Siegerehrung antreten. Seine Meldung ging an den stellvertretenden Landeskommandeur Oberstleutnant Günther Geprägs. Es sei schon gute Tradition, das sich der Chefarzt des Ulmer Bundeswehrkrankenhauses, Generalarzt Dr. Ralf Hofmann, sich jedes Jahr vor Ort in Ertingen ein Bild über den Ablauf und die Stationen des Infanterietags zu machen, der unter dem Landeskommando statt findet. Wie in den Jahren zuvor erhalte man von ihm und seiner Mannschaft Unterstützung mannigfacher Art, und heuer habe das Bundeswehrkrankenhaus auch einen Pokal für das beste Mannschaftsergebnis an der Sanitätsstation der Übung ausgelobt. Das Team um den Vorsitzenden der RK Ertingen, Hubert Buck, habe tolle Arbeit geleistet. Günther Geprägs: „Das war wieder klasse, das war wieder sehenswert.“ „Es war ein fordernder und interessanter Wettkampf mit einfallsreichen Stationen“, so der Oberstleutnant. Dabei seien die guten Leistungen der Wettkämpfer gerade bei solchen Temperaturen höchst lobenswert. Die Reserve habe Konjunktur, habe Rückbesinnung. Das bedeute für die Zukunft einen klaren Auftrag, nämlich den Heimatschutz. „Dafür müssen wir üben und trainieren.“

Seen, Kiesgruben, Wälder boten ideale Voraussetzungen, um an den zehn Stationen des Wettkampfes sich zu beweisen. Von Seiten der Gemeinde aus werde die Reservistenkameradschaft auch weiterhin Unterstützung beim Infanterietag erhalten, so Bürgermeister Jürgen Köhler. Der Landtagsabgeordnete Thomas Dörflinger hat sich heuer ebenfalls ein Bild über die Qualität und Anforderungen beim Infanterietag in Ertingen gemacht. Das sei für ihn auch eine Wertschätzung den Soldaten gegenüber. „Sie haben ein positives Zeichen und ein Signal mit ihrer Teilnahme an diesem Wettkampf gesetz“", so der Abgeordnete und: „Das Herrgöttle von Biberach hat diesmal die Ertinger mit bestem Wetter beschenkt.“

Hubert Buck, Vorsitzender der RK Ertingen, hat auch heuer wieder viel Unterstützung für den Infanterietag erhalten, wofür er sich bei allen bedankte. Voran beim Landeskommando sowie beim Bundeswehrkrankenhaus und natürlich bei Hauptbootsmann Arne Zürn, der wieder die Hauptlast mit seinen Mannen trug. Nicht zu vergessen auch Feldkoch Thomas Haag und seine Kameraden für den zünftigen Mittagstisch. Ein Dank ging auch an den Musikzug aus Ulm, der Jahr für Jahr für die Unterhaltung beim Start- und Zielort sorgt und auch durch sein Spiel der Siegerehrung den entsprechenden würdigen Rahmen verleiht. Gespannt war man dann auf die Bekanntgabe der Wertungsergebnisse, die Hubert Buck verkündete. Erstmals sicherte sich die RK Karlsruhe 3 mit 2100 Punkten die Gesamtwertung, vor Unlingen 2 und Unlingen 5.

Copyright Schwäbische Zeitung - Ausgabe Riedlingen vom 3.7.2019

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