Erkenntnisse beim Schweinemisten - 5.8.2019

Der Landtagsabgeordnete Thomas Dörflinger lernt beim „Praktikum“ auf dem Schweinemastbetrieb von Achim Schick

Neugierde treibt an: Nach dem ersten Schreck nähern sich die Schweine dem „Praktikanten“ Thomas Dörflinger wieder - und knabbern bald an den Schuhen. (Foto: Axel Pries)

Von Axel Pries

Baustetten - Wenn Achim Schick Besucher zu den Schweinen in seinem Stall führt, dann gibt es zuerst stets ein lautes Quieken und eine wilde Flucht nach draußen - dem nur Sekunden später eine neugierige Annäherung folgt. Das war nicht anders, als in der vergangenen Woche der Landtagsabgeordnete Thomas Dörflinger bei ihm reinschaut. „Praktikum“ nannte es der CDU-Politiker, der in diesen Tagen und Wochen seinen ganzen Wahlkreis bereist, um „mit den Menschen ins Gespräch zu kommen“, wie er selbst sagt. „Da lerne ich die Realität zur Politik kennen.“ Und ein bisschen anpacken muss der Abgeordnete auch.

Im Fall des Baustetter Landwirts hieß das, Schweinemist in den Buchten kehren zu müssen und dann auf dem Traktor mit dem Grubber ein Stoppelfeld zu bearbeiten. „Das war angenehmer“, gesteht Dörflinger anschließend. Eigentlich hatte er ohnehin nur ein bisschen in die tägliche Arbeit hineingeschnuppert, die Achim Schick mit 1300 Schweinen in der Baustetter Gemarkung täglich bewältigen muss - aber dafür blieb Zeit für Austausch über so ein Schweineleben.

Erläuterungen im Schweinestall: Landwirt Achim Schick. (Foto: aep)

Der Landwirt, der zudem noch 65 Hektar Land beackert, hat sich seit vielen Jahren verschiedenen Programmen für eine schonende Tiermast angeschlossen, auch der Aktion Tierwohl. Das heißt: Seine Tiere, die bei ihm etwa 120 Tage aufgezogen werden, haben zum Beispiel mehr Platz als gefordert, können selbst entscheiden, ob sie drinnen oder draußen sein wollen, und ihnen steht Spielzeug zur Verfügung. Sein Versuch indes, mit Öko- und Tierwohl-Programmen auf dem Markt zu punkten, habe viel Geduld gebraucht, erzählt Achim Schick. Erst nach Jahren fand er für das geringfügig teurere Fleisch genügend Abnehmer, und erst seit kurzem fahre er damit auch Gewinn ein.

Der Landespolitiker vernahm das mit Interesse. Er habe einiges über Schweinehaltung gelernt, sagt er hinterher. Sein Schluss: „Ich habe ein gutes Gefühl beim Thema Tierwohl-Aktion. Dies hier ist ein vorbildlicher Betrieb.“

Copyright Schwäbische Zeitung - Ausgabe Laupheim vom 5.8.2019

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