ELR-Mittel für Vorhaben der Firmen Raichle und Rieber in Dürmentingen 3.8.19

Thomas Dörflinger lässt sich von Lothar und Ina Raichle sowie Bürgermeister Dietmar Holstein (von links) das Bauvorhaben erläutern

Von Berthold Rueß

Dürmentingen - Im Rahmen des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum kommen auch zwei Dürmentinger Gewerbebetriebe in den Genuss von Fördermitteln: die Firma Raichle, Fachbetrieb für Fotovoltaikanlagen, und die Spedition Rieber. Der Landtagsabgeordnete Thomas Dörflinger hat sich bei einem Besuch über die aktuellen Baumaßnahmen informiert. „Ich gehe heute wieder schlauer ins Bett“, versicherte Dörflinger anschließend.

Der gelernte Versorgungstechniker Lothar Raichle hat sich 2003 mit Beratung, Verkauf und Montage im Bereich erneuerbare Energien selbstständig gemacht, bis 2012 noch überwiegend mit Subunternehmern. In den Anfangsjahren habe vor allem nach Fotovoltaikanlagen eine enorme Nachfrage bestanden, berichtete Raichle. Nach der Senkung der Vergütungssätze wurde die Firma umstrukturiert; seitdem wird alles aus einer Hand installiert. Ein Schwerpunkt sind nach wie vor Voltaikanlagen, inzwischen in Kombination mit Speichermöglichkeiten, im privaten, aber auch im gewerblichen Bereich. Und allmählich komme auch das Geschäft mit Ladestationen für Elektrofahrzeuge ins Rollen.

Die Spedition Rieber verlässt bald den Standort in der Ortsmitte. Peter Hepp, Friedrich Rieber, Thomas Dörflinger, Bürgermeister Dietmar Holstein, Elisabeth Hepp und Stefanie Mauch (von links) haben sich über das Großprojekt ausgetauscht. (Fotos: Berthold Rueß)

Nicht mehr ideal sei aber die Unterbringung der Werkstatt im Keller des bestehenden Gebäudes. Rund 200 000 Euro wird Raichle deshalb in einen Anbau für eine Werkstatt investieren. Eine Erweiterungsmöglichkeit dafür besteht auf einer Baulücke hinter dem Altbau. Dort soll auch eine Testanlage untergebracht werden. Und Raichle will die Möglichkeit nutzen, an dem Neubau Beispiele für die Gestaltungsmöglichkeiten von Voltaikanlagen aufzuzeigen.

Da es sich um einen innerörtlichen Lückenschluss handelt, gibt es für die Maßnahme einen Zuschuss von 21 300 Euro aus dem ELR-Topf. Der Schwerpunkt des Programms liege zwar im Wohnbau, sagte Dörflinger. Da der Landkreis Biberach hier stark vertreten sei, steigen aber auch die Chancen für gewerbliche ELR-Förderungen. Nur durch die Schaffung zusätzlichen Wohnraums könne der Druck aus dem angespannten Markt genommen werden, betonte der Abgeordnete. Mittlerweile werde beispielsweise in Ummendorf der Quadratmeter Wohnfläche schon mit 4000 Euro gehandelt. Die Kommunen seien angehalten, private Bauherren und Gewerbetreibende auf das ELR hinzuweisen.

Auch Dürmentingens Bürgermeister Dietmar Holstein hält das Programm für immens wichtig, um Standortnachteile beispielsweise bei Internetversorgung oder Verkehrsanbindung auszugleichen. Das gilt auch für einen Betrieb wie die Spedition Rieber. Die platzt am aktuellen Standort in der Bahnhofstraße aus allen Nähten. Bei einem Fuhrpark von 26 Lastwagen sei der tägliche Betrieb auch für die Nachbarschaft belastend, sagte Friedrich Rieber, der das Unternehmen zusammen mit seiner Schwester Elisabeth Hepp und deren Kindern Peter Hepp und Stefanie Mauch führt. Deshalb ist der Umzug der kompletten Firma ins Gewerbegebiet Dautenhau geplant. Dort entsteht auf einem 12000 Quadratmeter großen Fläche derzeit eine Lagerhalle. Neben dem Speditionsbetrieb vornehmlich für regionale Lebensmittelbetriebe will sich das Unternehmen damit ein zweites Standbein schaffen. Die Möglichkeit zur Tiefkühllagerhaltung sei in der Region einmalig. Auf Verschieberegalen können über 1000 Paletten untergebracht werden. Für eine spätere Erweiterung steht noch genügend Reservefläche zur Verfügung.

Die Spedition investiert fast vier Millionen Euro in den Standort. Der ELR-Zuschuss von 100 000 Euro stelle eine wichtige Erleichterung dar, sagte Friedrich Rieber. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund, wie schwierig die Situation für Speditionen fernab eines Autobahnanschlusses ist. Für Bürgermeister Holstein ist es ein „gutes Beispiel, wie ein Betrieb wachsen kann.“ Gleichzeitig sei innerorts eine Entflechtung möglich. Was mit dem alten Standort geschieht, ist noch offen. Die 3500 Quadratmeter große Immobilie werde entweder vermietet oder verkauft.

Copyright Schwäbische Zeitung - Ausgabe Riedlingen vom 3.8.2019

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