Dörflinger sichert Unterstützung zu - 20.7.19

Unternehmen in der Region Biberach bangen um ihre Mitarbeiter mit Fluchthintergrund

Biberach - Nach der Abschiebung eines Beschäftigten der Biberacher Traditionsfirma Biechele Stahl und Eisenwaren bangen viele Unternehmen in der Region um ihre Mitarbeiter mit Fluchthintergrund.

Auf eine pragmatische und anwendbare Regelung durch die Politik warten die Arbeitgeber dabei vergebens, war bei einem Treffen zu hören. Denn die von der Bundesregierung geplante Beschäftigungsduldung (§ 60 c AufenthG-Neu), die integrierten Geduldeten in Arbeit eine Bleibemöglichkeit verschaffen soll, sei nicht die Lösung.

Betroffene Unternehmer aus dem Großraum Biberach, Markus Winter von der Unternehmer-Initiative „Bleiberecht durch Arbeit“, Vertretern der IHK Ulm und Vertretern des IFF (Interkulturellen Forum für Flüchtlingsarbeit) haben sich im Gasthaus zum Grünen Baum zu einem Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Thomas Dörflinger (CDU) getroffen.

Durch seine Tätigkeit als Sprecher der CDU für Handwerk, Gewerbe und berufliche Bildung sei ihm die Problematik bekannt, berichtete Thomas Dörflinger. Er habe großes Verständnis für die Sorgen der Unternehmen, die Zeit und Geld in die Ausbildung ihrer Mitarbeiter investierten. Von Seiten der Unternehmer-Initiative Markus Winter, Geschäftsführer der IDS Holding GmbH, eine pragmatische Lösung für Baden-Württemberg, die den betroffenen Beschäftigten und Arbeitgebern weiterhilft.
Das beschlossene Gesetz der Bundesregierung zur Beschäftigungsduldung sei in der Praxis nicht umsetzbar, da die meisten beschäftigten Flüchtlinge noch im Asylverfahren seien und deshalb die Beschäftigungsduldung nicht in Anspruch nehmen können. Aus der Praxis berichteten Andreas Höschele vom Grünen Baum und Florian Biechele von Biechele Stahl und Eisenwaren. Beiden Unternehmern wurden in den vergangenen Monaten Mitarbeiter von heute auf morgen abgeschoben. Andreas Höschele berichtete davon, dass einem langjährigen Mitarbeiter seine Arbeitserlaubnis aufgrund eines nachweislichen Behördenversagens entzogen wurde.

Bis heute warte er darauf, dass der Mitarbeiter dies zurückerhalte. Florian Biechele berichtete davon, dass er in den vergangenen zwei Jahren vier Flüchtlinge beschäftigt hat, in deren Einarbeitung und Integration er viel Engagement und Geld investiert habe. Davon sei ihm jetzt noch einer übrig geblieben. Am 1. März wurde ein Mitarbeiter vor der Arbeit abgeholt und noch in Arbeitskleidung ohne Vorankündigung in der Hauptsaison als Bauzulieferer abgeschoben. Dies ist besonders hart, weil sich diese Personen nichts zuschulden haben kommen lassen und durch ihre geregelte Arbeit auch leicht auffindbar sind.

Thomas Dörflinger findet die Bundesratsinitiative Baden-Württembergs hilfreich, wonach Arbeitszeiten aus der Aufenthaltsgestattung an den geforderten Duldungszeitraum aus der Beschäftigungsduldung angerechnet werden könnten. Diese Initiative wurde von allen Anwesenden begrüßt. Am Ende des Gesprächs versprach Dörflinger den Anwesenden, sich für ihre Belange einzusetzen.

Copyright Schwäbische Zeitung - Ausgabe Biberach vom 20.7.2019

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