"Ein Quantensprung" - 19.9.19

Das kommunale Breitbandnetz in Schwendi ist jetzt offiziell in Betrieb

Drückten den roten Knopf für schnelles Internet: (von links) Jürgen Prestel (NetComBW), Jens Schilling (Komm.Pakt.Net), Manfred Storrer (Landratsamt Biberach), Schwendis Bürgermeister Wolfgang Späth und der Landtagsabgeordnete Thomas Dörflinger. (Foto: roland ray)

Von Roland Ray

Schwendi - Mit einem symbolischen Druck auf den roten Knopf ist am Mittwoch das Breitbandnetz der Gemeinde Schwendi offiziell in Betrieb genommen worden. Rund 2000 Haushalte können jetzt von schnellem Internet profitieren.
 
Die Teilorte Klein- und Großschafhausen wurden bereits vor Jahren im Zuge einer interkommunalen Kooperation mit Wain angeschlossen. Ab sofort ist die sogenannte FTTC-Technik im Kernort Schwendi und in Bußmannshausen, Hörenhausen, Orsenhausen, Schönebürg, Weihungszell und Sießen im Wald verfügbar. Bei dieser Technologie endet das Glasfaserkabel in den Verteilerkästen. Von dort werden die vorhandenen Kupferkabel bis zu den Kunden weiterverwendet.
 
Damit sei ein Etappenziel für den späteren FTTB-Ausbau (Glasfaser bis in die Häuser und Wohnungen) erreicht, sagte Jens Schilling, Vorstandsvorsitzender der Kommunalanstalt Komm.Pakt.Net, einem Zusammenschluss von acht Landkreisen und mehr als 230 Städten und Gemeinden mit dem Ziel, den kommunalen Breitbandausbau voranzutreiben.
 
Betreiber des Schwendier Netzes ist NetComBW, ein Unternehmen der EnBW. Jürgen Prestel, im Vertrieb tätig, spricht von einem Meilenstein für Schwendi, einem „Quantensprung“. Die Datenübertragungsrate erhöhe sich von bisher zwei bis fünf Mbit auf bis zu 50 Mbit.

Hohe Förderung durch das Land
 
Eine leistungsfähige Breitbandversorgung sei enorm wichtig für die Bürger und Unternehmen und inzwischen Teil der Infrastruktur, sagte Bürgermeister Wolfgang Späth. Schwendi sei in diesem Punkt, nicht zuletzt dank der Weitsicht seines Amtsvorgängers Günther Karremann, auf einem guten Weg. Rund 2,4 Millionen Euro wurden in das kommunale Glasfasernetz investiert, rund 80 Prozent konnten mit Fördermitteln des Landes gedeckt werden.
 
„Wir befinden uns mitten in einer technologischen Revolution, die Leben und Arbeiten verändert“, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Thomas Dörflinger. Dazu brauche es ein schnelles Netz. Gerade im ländlichen Raum sei dies wichtig, um mit den Städten Schritt zu halten. Die Wirtschaft sei dringend darauf angewiesen, ebenso die wachsende Zahl von Menschen mit Heimarbeitsplätzen. „Schwendi hat Gas gegeben“, lobte Dörflinger. „Sie sind im digitalen Zeitalter angekommen.“
 
Die Gemeinde Schwendi sei frühzeitig in das Thema eingestiegen und ein Vorreiter im Landkreis Biberach, bestätigte Manfred Storrer vom Landratsamt.


 Das „Bürgerbreitbandnetz“
 

38 Kilometer Leerrohre für schnelles Internet seien in der Gemeinde bereits verlegt, um den Anschluss bis in die Häuser vorzubereiten, berichtete Jens Schilling. Laut Beschluss des Schwendier Rats wird im Zuge anderer Erschließungsmaßnahmen ausgebaut; in Neubaugebieten sind Leerrohre obligatorisch.
 
Schilling sprach von einem „Bürgerbreitbandnetz“ der Kommune für die Bevölkerung. „Es muss jetzt auch genutzt werden von den Bürgern.“

Copyright Schwäbische Zeitung - Ausgabe Laupheim vom 19.9.2019

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