Ein Schmuckkästchen für die Gemeinde - 1.7.19

Dürmentinger Turn- und Festhalle wurde feierlich ihrer Bestimmung übergeben

Schmuck ist sie geworden, die sanierte Dürmentinger Turn- und Festhalle.

Von Wolfgang Lutz

Dürmentingen - Grund zum Feiern hatte am Sonntag die ganze Gemeinde Dürmentingen, denn nach rund zwei Jahren Umbauzeit steht die Mehrzweckhalle wieder jung und alt offen. Etwa vier Millionen Euro wurden in die Maßnahme investiert. Die Halle bietet sich nun als Schmuckkästchen, das für Schule, Vereine und die ganze Einwohnerschaft von Dürmentingen durch eine multifunktionale Vielfalt ganz neue Möglichkeit zur Nutzung bietet. Nachdem Bürgermeister Dietmar Holstein den Schlüssel symbolisch für die sanierte Halle von Architekt Guido Vogel in Empfang nehmen durfte, erklärte er die Halle für eröffnet.

Zur Einweihung der neuen Turn- und Festhalle war die Einwohnerschaft in die neuen Räumlichkeiten geladen, wo ein wirklich eindrucksvoller ökumenischer am Beginn der Festivitäten mit Pfarrer Francis und der evangelischen Vikarin Julia Kaiser stand, der musikalisch vom Kirchenchor und einer Bläsergruppe des Musikvereins musikalisch ausgeschmückt wurde. „Wenn alle miteinander träumen, ist das der Beginn einer neuen Wirklichkeit“, stellte die Vikarin in den Mittelpunkt ihrer Ansprache. Viele hätten mit ihren Träumen und Visionen gemeinsam dazu beigetragen, dass nun dieser Umbau und die Sanierung so ein gutes Ende gefunden haben. „Heute sitzen wir in der Halle, in ihrem gemeinsam Traum“, so die Vikarin: Jung „Es ist alles unter einem Dach, es ist ein Haus für alle.“ Gemeinsam segneten sie und Pfarrer Francis die neuen Räumlichkeiten und sparten nicht mit Weihwasser, was angesichts der Temperatur nicht unangenehm war.

Bürgermeister Dietmar Holstein war einfach nur glücklich, auf der Bühne in der neu sanierten Turn- und Festhalle zu stehen. Zum einen waren viele geladene Gäste gekommen, die ihre Verbundenheit mit der Gemeinde Dürmentingen zum Ausdruck brachten, und zum andern war er auch stolz, sein „Schmuckkästlein Halle“ zu präsentieren und sich bei allen Beteiligten zu bedanken, die an diesem Gemeinschaftswerk beteiligt waren. Er erinnerte noch an den maroden Zustand der 50 Jahre alten Turnhalle, deren Sanierung und Umnutzung zu einer multifunktionellen Mehrzweckhalle längst überflüssig war. Natürlich hat es in dieser Bauzeit Einschränkungen für Schule und Vereine gegeben, aber im Rückblick wurde man nun mit der gelungenen Sanierung des Hauses mehr als belohnt. Im Jahr 2015, so der Bürgermeister, habe man sich einen Kostenrahmen von rund vier Millionen für die Sanierung des Gebäudes gesetzt. Ob es dabei bleibt, sei noch etwas ungewiss. „Wir sind hoffnungsvoll, dass wir eine Punktlandung erreichen.“ Dies vor allem durch etwas gelockerte und doch annehmbare Preise, die erzielt werden konnten.

Verschiedene Umstände in der Baubranche ließen allerdings den Zeitplan nicht einhalten. „Das trübt heute niemand“, so Holstein, der auch auf die rund 900 000 Euro an Fördergeldern erinnerte, die man erhalten habe. Nicht vergessen wollte er aber all die vielen Mitbürgerinnen und Mitbürger sowie am Bau Beteiligten, die sich oft über Maß eingebracht hätten. So auch der Sport- und Musikverein, der fast 2000 freiwillige Arbeitsstunden investierte. Bürgermeister Holstein lobte auch sein Team aus der Verwaltung, die Planer und Handwerker, die alle eine tadellose Arbeit abgeliefert hätten. „Machen wir dieses Gebäude lebendig, bringen wir uns ein und lassen uns die Vielzahl an Variationen aktiv wahrnehmen“, forderte der Bürgermeister die Einwohnerschaft auf. Es soll nämlich als Bewegungs- und Begegnungsstätte für Menschen aus der Gemeinde und Gäste aus nah und fern dienen.

Eine Lanze brach Landtagsabgeordneter Thomas Dörflinger für das Leben auf dem Land. „Hier kennt man sich, hier hilft man sich, ja hier hält man zusammen.“ Und gerade für das Zusammenkommen brauche man eine Halle als Treffpunkt. Mit der sanierten Turn- und Festhalle habe die Gemeinde Dürmentingen genau so einen Ort geschaffen. Wohl habe die Finanzierung dem Bürgermeister hie und da Schweißperlen auf die Stirn getrieben, aber immerhin seien aus drei Töpfen fast eine Million an Fördergeldern geflossen, worüber er sich freue. Die Gemeinde habe, so Dörflinger, nach dem Sprichwort gehandelt: „Es ist besser, mit drei Sprüngen ans Ziel zu kommen, als sich mit einem das Bein zu brechen.“ Man sehe jetzt, der Einsatz aller habe sich gelohnt und er sei sich sicher, dass die Dürmentinger diese Turn- und Festhalle mit Leben erfüllen werden.

Dem schloss sich auch Dezernatsleiter Manfred Storrer vom Landratsamt Biberach an. Man dürfe nach so einer Leistung auch würdig festen, denn die Finanzierung dieser Maßnahme sei ein Gewaltakt gewesen. Nun müsse man dankbar sein, dass das Haus für viele Aktivitäten zur Verfügung stehe. „Dürmentingen ist für die Zukunft gerüstet, darauf ein Glück auf“, so Manfred Storrer. „Was lange währt, wird endlich wahr, aber das Ergebnis ist gut“, freute sich Schulleiterin Monika Minsch. Es sei eine Herausforderung für die Schule und die Schüler gewesen, zwei Jahre auf gewohnte Aktivitäten durch den Umbau der Halle zu verzichten. „Umso mehr freuen sich nun die Kinder, dass man die Halle wieder nutzen kann“, so die Schulleiterin.

Architekt Guido Vogel gab den Anwesenden nochmals Einblick in die Baugeschichte des Hauses, angefangen im Jahr 2014, als erste Überlegungen angestellt wurden, bis zur heutigen Baufertigstellung. Dabei hat sich die Halle im Inneren als auch äußerlich komplett verändert und wurde dabei auch energetisch auf den aktuellen Stand gebracht. Die Realisierung dieser stattlichen Umbaumaßnahme, so Vogel, sei aber nur durch ein gut funktionierendes Zusammenspiel aller Beteiligten möglich gewesen. So erfolgte die Realisierung der Maßnahme überwiegend durch Handwerker aus der Region, und auch die Vereine brachten sich mit ein. Nicht zu vergessen Bürgermeister Dietmar Holstein und sein Team sowie die Gemeinderäte und die Baukommission, die während der Bauzeit laufend Entscheidungen treffen mussten. Am Schluss hat sich das manchmal über Maß gezeigte Engagement, auch von seiner Mitarbeiterin Susanne Fix, die vom Bürgermeister noch ein paar Blümchen bekam, gelohnt und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Neben einer Hallenuhr hatte Architekt Guido Vogel dem Bürgermeister noch das „schönste Geschenk" zu überreichen: den goldenen Hausschlüssel der sanierten Halle. Den nahm Dietmar Holstein gerne an und rief in den Saal: „Jetzt ist die Halle offiziell eröffnet.“

Copyright Schwäbische Zeitung - Ausgabe Riedlingen vom 1.7.2019

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