Bäcker diskutieren mit Thomas Dörflinger MdL - 5.8.16

Ob Brot, Seelen oder Knauzen - Oberschwaben kann sich über die Vielfalt an qualitativ hochwertigen Backwaren glücklich schätzen. Aber wie ist es um die Zukunft der hiesigen Bäckereien bestellt, mit welchen Herausforderungen haben die Bäcker im Besonderen und hat das Handwerk im Allgemeinen zu kämpfen? Um diesen Fragen nachzugehen, haben sich mehrere Mitglieder der Bäckerinnung aus dem ganzen Kreisgebiet auf Initiative des CDU-Landtagsabgeordneten Thomas Dörflinger im Haus der Kreishandwerkerschaft Biberach zum Gespräch getroffen.

Die Bäcker machten deutlich, dass der fehlende Nachwuchs die entscheide Zukunftsfrage für das Handwerk sei. Schwer sei es, genügend und auch geeignete Lehrlinge für den Bäckerberuf zu finden. Immer mehr junge Menschen würden eine akademische einer beruflichen Ausbildung vorziehen, was durch das Wegfallen der verpflichtenden Grundschulempfehlung noch verschärft werde. Zudem fehle dem Handwerk bisher auch das Image, um beispielsweise auch von Abiturienten als chancenreiche und erfüllende Berufsmöglichkeit wahrgenommen zu werden.

Dass die Imagekampagne, die seit einigen Jahren den Zugang zum Handwerk erleichtern soll, wichtig sei, hob auch Fabian Bacher, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Biberach, hervor. Zudem sehe er auch Chancen im zum Schuljahr 2016/17 im Land verpflichtend eingeführten Schulfach „Wirtschaft und Berufsorientierung“ an allen weiterführenden Schulen - vorausgesetzt, es werde auch an den Gymnasien die berufliche Ausbildung angemessen thematisiert. Gustav Eisinger, Bäckermeister aus Biberach, forderte, die Studienberatung in eine allgemeine Berufsberatung umzuwandeln und auch Praktika in gewerblichen Berufen verpflichtend einzuführen.

„Für die CDU steht die berufliche Ausbildung auf der gleichen Ebene wie die akademische“, betonte Dörflinger. Wichtig sei, dass man durch Berufspraktika und Bildungspartnerschaften das Potential einer beruflichen Ausbildung an allen Schularten, inklusive Gymnasien, aufzeige und erlebbar mache. Die Schülerinnen und Schüler, ihre Eltern und die Lehrkräfte müssten, so Dörflinger weiter, verstärkt über die hervorragenden Berufsperspektiven und die breite Palette an Ausbildungsmöglichkeiten in der beruflichen Bildung informiert werden. Die bestehende Berufs- und Studienorientierung am Gymnasium (BOGY) sowie die Berufsorientierung in der Realschule (BORS) seien beispielsweise hierfür geeignete Instrumente. „Für die CDU steht immer die Qualität in den Schulen im Mittelpunkt der Bildungspolitik. Daher stärken wir nun in der Grundschule die Fächer Mathematik und Deutsch mit bis zu 640 neuen Lehrerstellen. Denn Lesen, Schreiben und Rechnen sind die Basis, um sowohl in der beruflichen als auch in der akademischen Ausbildung erfolgreich sein zu können“.

„Meine Funktion als Sprecher der CDU-Landtagsfraktion für Handwerk, Gewerbe und berufliche Ausbildung nehme ich sehr erst“, so Dörflinger. Dies unterstrich er auch, indem er, um den Bäckeralltag besser kennenzulernen, am selben Tag früh morgens ein Praktikum in der Backstube von Innungs-Obermeister Alexander Keim in Mittelbiberach absolvierte.

© Fotos privat

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