Deutliche Reduzierung der Belastung mit Stickstoffdioxid - 4.7.19

Vorläufige Messwerte für das erste Halbjahr 2019 zeigen Erfolge; weitere Maßnahmen erforderlich

Verkehrspolitischer Sprecher Thomas Dörflinger MdL sagte heute (4. Juli) zu den reduzierten Stickstoffdioxidwerten:

„Die Entwicklung der Werte insbesondere am Neckartor zeigt klar, dass wir keine weiteren flächendeckenden Fahrverbote brauchen. Insbesondere die Flottenerneuerung wirkt. Mit weiteren Maßnahmen wie der Filterung von Stickoxid aus der Luft, die derzeit am Neckartor umgesetzt wird, ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir den Grenzwert einhalten werden.“ (Zumeldung des Landtagsabgeordneten Thomas Dörflinger zur nachfolgenden Pressemitteilung)

Vorläufige Messwerte für das erste Halbjahr 2019 zeigen Erfolge; weitere Maßnahmen erforderlich

Die Messwerte für Stickstoffdioxid an den verkehrsnahen Luftmessstationen sind im ersten Halbjahr des Jahres 2019 deutlich gesunken. Die größten Minderungen wurden mit -15 µg/m³ an der Station Stuttgart Am Neckartor, -11 µg/m³ an der Schwarzwaldstraße in Freiburg und mit -10 µg/m³ an der Station Stuttgart Hohenheimer Straße erzielt. „Unsere Maßnahmen zur Luftreinhaltung wirken. Die Kombination aus umweltfreundlichen Mobilitätsangeboten und Einschränkungen für besonders schmutzige Fahrzeuge ist erfolgreich“, so Verkehrsminister Winfried Hermann. „Der europäische Grenzwert von 40 Mikrogramm kommt in allen belasteten Städten im ganzen Land in Sicht. Um ihn zu erreichen, müssen wir konsequent mit weiteren Maßnahmen fortfahren.“
 
Die noch vorläufigen Werte für das erste Halbjahr liegen zunächst nur für die Messstationen vor, die per Funkverbindung ihre Messwerte an die LUBW übermitteln. Weitere Messpunkte mit passiven Messverfahren werden im Laufe des Julis durch das Fachpersonal der LUBW ausgewertet. Auch an den Stationen in Leonberg, Reutlingen, Heilbronn, Mannheim und Tübingen wurden Minderungen um -4 bis -6 µg/m³ erreicht. In Ludwigsburg, Karlsruhe, Pfinztal und Schramberg bewegen sich die Veränderungen zum Vorjahr zwischen +1 bis -2 µg/m.
 
Im Jahr 2018 hatte es in Baden-Württemberg noch in 14 Städten und Gemeinden Überschreitungen der Immissionsgrenzwerte gegeben (2017 noch in 18, 2016 noch in 30). 2019 könnte diese Zahl nun erstmals im einstelligen Bereich liegen. „Die Werte belegen, dass wir auf einem guten Weg sind. Diesen setzen wir fort. Um die Schadstoffe noch weiter zu reduzieren, bedarf es auch der Nachrüstung von Fahrzeugen, welche die Grenzwerte nicht einhalten. Wichtig sind saubere Fahrzeuge und die Bereitschaft der Menschen umzusteigen. Alle müssen einen Beitrag zur Luftverbesserung leisten“, so der Verkehrsminister weiter.
 
Die Ursachen der Entwicklung der jeweiligen Messwerte können unterschiedlich sein. Vielerorts wurden Maßnahmen zur Verringerung der Luftschadstoffbelastung umgesetzt, z. B. zusätzliche Bus- und S-Bahnangebote sowie die Verkehrsverbote für Dieselfahrzeuge der Euronorm 4/IV und älter sowie die Tarifzonenreform in Stuttgart. In Freiburg zeigt die Wiedereröffnung der Höllentalbahn, die Einbeziehung der B 31 in die Umweltzone und die Anordnung von Geschwindigkeitsbeschränkungen Wirkung. Hinzu kommen Softwareupdates und die Flottenerneuerung, die besonders in Stuttgart sehr ausgeprägt ist. Positiv wirken auch die vielen planunabhängigen Maßnahmen, zum Beispiel im Rahmen der geförderten Green-City-Masterpläne und der Modellstadtförderungen unter anderem in Mannheim, Reutlingen und Herrenberg.
 
„Was unsere Maßnahmen zur Luftverbesserung beitragen, wissen wir aus Gutachten. Die unter Umständen manchmal auch gegenläufige Wirkung der anderen Einflussgrößen, zum Beispiel des Wetters, lässt sich hingegen kaum beziffern. Daher zählt das Resultat und das ist in diesem Jahr bisher außerordentlich gut“, stellt Minister Hermann fest.
 
Die LUBW Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg veröffentlicht die Daten der kontinuierlich messenden Stationen fortlaufend im Informationssystem Umweltdaten Online (UDO). Voraussichtlich ab Anfang August wird die LUBW die Werte für das erste Halbjahr der kontinuierlichen und auch der nicht-kontinuierlichen Messstationen auf ihrer Homepage veröffentlichen. Derzeit werden Maßnahmen der Qualitätssicherung durchgeführt, entsprechend kann es noch zu Änderungen bei einzelnen Werten kommen.

(Pressemitteilung des Verkehrsministerium Baden-Württemberg vom 4.7.2019)