"Handwerk 2025" mit Zukunft - 29.3.2019

Interview mit dem handwerkspolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Thomas Dörflinger MdL

© Handwerkskammer Ulm

DHZ: Weshalb haben Sie die Große Anfrage zur Zukunft des Handwerks gestellt und wieso ausgerechnet jetzt?

Thomas Dörflinger: Das Handwerk ist integraler Bestandteil unserer mittelständischen Wirtschaft. Die Umsätze im Handwerk sind in den vergangenen zehn Jahren auf rund 100 Milliarden Euro jährlich gestiegen. Auch die Zahl der Beschäftigten ist gewachsen. Dennoch steht die Branche vor enormen Herausforderungen, allen voran die Gewinnung von Fachkräften und die Digitalisierung. Deshalb müssen wir dem Handwerk jetzt Rahmenbedingungen geben, die weiterhin Wachstum und Entwicklung ermöglichen.

DHZ: Was ist für Sie die wichtigste Erkenntnis?

Dörflinger: Die seit 2016 geltende 3+2-Regelung, nach der ausländische Auszubildende mit Duldungsstatus nach erfolgreicher Ausbildung noch zwei weitere Jahre im Betrieb arbeiten dürfen, federt den Fachkräftemangel im Handwerk etwas ab. Das hat die Große Anfrage gezeigt. Dadurch ist es vielen Arbeitgebern im Handwerk gelungen, wieder Lehrlinge zu finden. Wichtig ist ebenfalls, dass das Land und die Kammern nicht nachlassen dürfen, um noch mehr Frauen für das Handwerk zu gewinnen. Das Handwerk bietet für Frauen viele tolle Betätigungsfelder.

DHZ: Sind Sie zuversichtlich, dass die Verlängerung des Projekts „Handwerk 2025“ kommt?

Dörflinger: „Handwerk 2025“ ist ein Zukunftsprojekt. Das Projekt läuft aktuell noch bis zum Ende dieses Jahres. Bis dahin stehen 4,4 Millionen Euro für die Bereiche Personal, Strategie und digitale Transformation zur Verfügung. Die bislang angelaufenen Projekte sind aus unserer Sicht sehr erfolgreich und werden von den Betrieben auch sehr gut angenommen. Deshalb ist es uns wichtig, dass „Handwerk 2025" eine Zukunft hat. Dafür werden wir uns in den anstehenden Haushaltsverhandlungen einsetzen.

DHZ: Wie sind die nächsten Schritte, was passiert jetzt mit der Anfrage?

Dörflinger: Wir werden die Große Anfrage im Landtag diskutieren. So wollen wir noch mehr Aufmerksamkeit auf die Bedürfnisse des Handwerks lenken. Außerdem prüfen wir alle Möglichkeiten, um die Meisterausbildung insgesamt noch attraktiver zu gestalten. Wege dazu könnten ein Meisterbonus oder eine Gründungsförderung sein. Wir sind zuversichtlich, dass wir das mit dem nächsten Doppelhaushalt angehen können.

© Deutsche Handwerks Zeitung (DHZ), Handwerkskammer Ulm vom 29.3.2019