Südbahn: Land gibt Einblick in den Stand der Planung - 14.11.17

CDU fordert ausgewogenes Konzept für Schienenersatzverkehr während Elektrifizierungsarbeiten

Biberach - Der Biberacher Landtagsabgeordnete Thomas Dörflinger sowie die weiteren oberschwäbischen CDU-Landtagsabgeordneten, deren Wahlkreise an der Südbahn liegen, haben mit einem Berichtsantrag beim Verkehrsministerium den aktuellen Planungsstand für die Elektrifizierung der Südbahn abgefragt und ein ausgewogenes Schienenersatzverkehrskonzept gefordert. Das teilen die Abgeordneten in einer gemeinsamen Pressemeldung mit.

Der offizielle Baustart zur Elektrifizierung der Südbahn (Ulm-Friedrichshafen-Lindau) im Frühjahr 2018 rückt näher. "Aufgrund der absehbaren abschnittsweisen Sperrungen ist dringend ein ausgewogenes Schienenersatzverkehrskonzept notwendig", sagt CDU-Landtagsabgeordneter Thomas Dörflinger. "Darauf sind die Fahrgäste, nicht zuletzt die Berufs- und Schulpendler, während der Sperrungen angewiesen. Zudem sind attraktive Ersatzverkehre notwendig, damit die Fahrgäste nicht auf Dauer von der Schiene auf das Auto umsteigen." Daher sollte das Schienenersatzverkehrskonzept nach Ansicht der CDU-Abgeordneten schnelle Direktbuslinien von den wichtigen IRE-Halten von und nach Ulm sowie eine feingliedrige Bedienung der RB-Halte beinhalten. Die Planungen sollten dabei frühzeitig und eng mit den Beteiligten in der Region wie dem Interessenverband Südbahn abgestimmt werden.

In seiner Antwort sagt das von Winfried Hermann (Bündnis 90/Die Grünen) geführte Ministerium zu, dass der Interessenverband Südbahn in die Planungen einbezogen werde. Auch eine frühzeitige Information der Fahrgäste sowie die Interessen des überregionalen Tourismusverkehrs und des örtlichen Hotel- und Freizeitgewerbes würden bei den Planungen berücksichtigt. Eine Einbeziehung der Verkehrsverbünde Ding und Bodo sei dagegen nicht geplant, da die Planung des Schienenersatzverkehrs Aufgabe der Landkreise sei.

Schnellbusse "selbstverständlich"

Zudem versichert das Ministerium, dass eine Versorgung mit Direkt- oder Schnellbussen ohne oder mit wenigen Zwischenstopps bei Ersatzverkehren in einer Größenordnung wie im Fall der Südbahn ebenso selbstverständlich sei wie die Bedienung aller Orte, die die Züge nicht bedienen. Grundsätzlich beinhalteten die vertraglichen Vorgaben, dass jede Fahrt mit allen Halten durch Busse oder sonstige öffentliche Verkehrsmittel zu ersetzen sei.

"Die Antwort des Verkehrsministeriums zeigt, dass dort die Forderungen der Region gehört wurden. Wir werden uns weiter dafür einsetzen, dass diese auch tatsächlich Eingang in die Umsetzung finden werden", so Dörflinger. "Ziel der Elektrifizierung ist ja eine langfristige Stärkung des Personenverkehrs auf der Südbahn. Und das sollte man auch in der Bauphase mitsamt ihren Begleiterscheinungen fest im Auge behalten."

Copyright Schwäbische Zeitung, Kreisausgabe Biberach - 14.11.2017