Pflege ist und bleibt wichtiges Thema - 10.8.2017

Dörflinger übt sich beim Anziehen von Kompressionsstrümpfen. Fotos: joy

Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen steigt stetig. Auch in der Politik ist das Thema Pflege zentral geworden. Um sich selbst ein Bild zu machen, machte Landtagsabgeordneter Thomas Dörflinger ein Praktikum beim Pflegedienst Lerch.

Schwendi – „Eigentlich bin ich ja eher der Schreibtischmensch“, sagt Thomas Dörflinger, CDU-Politiker und Abgeordneter im Landtag, während er vor der 87-jährigen Hermine Hörnle kniet. Auch wenn sie ihren Alltag noch alleine meistern kann – das Anziehen der Kompressionsstrümpfe schafft sie nicht mehr. Dafür ist der Pflegedienst da. Jeden Tag kommt ein Mitarbeiter morgens und abends um der Frau zu helfen. Heute übernimmt Dörflinger diese Aufgabe und auch wenn das etwas ungewohnt für ihn ist – wissbegierig ist er trotzdem.

„Es ist ein Thema, das jeden betrifft“, so Berthold Denzel, Mitarbeiter des Berufsverband der bpa. Jährlich lädt der Verband Abgeordnete ein, um in ihren Mitgliedseinrichtung ein „Pflegepraktikum“ zu absolvieren. Durch den direkten Kontakt soll auf die Dringlichkeit der aktuellen Probleme im Bereich Pflege aufmerksam gemacht werden – und die Politiker sollen einen besseren Einblick in das Berufsbild bekommen.

Das Team rund um den Pflegedienst Lerch freute sich über den Besuch von Thomas Dörflinger (mi.) und sein Interesse an der Pflegearbeit.

In diesem Fall war die Einrichtung der Pflegedienst aus Schwendi. Zum Praktikum gehört auch dazu, dass die Inhaber, in diesem Fall Tobias Lerch, sich mit den Politikern über mögliche Verbesserungen austauschen. Lerch hat hier ganz konkrete Vorstellungen und Wünsche an die Politik: „Von der Bundespolitik würde ich mir wünschen, dass die Leistungsverbesserungen für die Pflegebedürftigen weiterhin ausgebaut werden und die Beträge in den einzelnen Pflegegraden weiterhin steigen, um den Pflegekräften in Zukunft faire Löhne bezahlen zu können. An die Landesregierung hätte ich den Wunsch, die Förderung von innovativen Pflegeprojekten weiterhin zu unterstützen.“

Copyright WOCHENBLATT BIBERACH - Ausgabe vom 10.8.2017