Ministerin wirbt für Leben auf dem Land - 14.12.18

Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) lobt Engagement um Gründer und Städtebau

Bei einem Rundgang durch das Stadt- und Wielandarchiv erhält die Ministerin auch einen Einblick in historische Dokumente der Stadt Biberach. Das Bild zeigt Christian Kuhlmann (von links), Heiko Schmid, Nicole Hoffmeister-Kraut, CDU-Landtagsabgeordneter Thomas Dörflinger, Stefanie Hartmannsgruber (Stadtarchiv) und Monika Koros-Steigmiller (Frauen in den Kreistag).  Fotos: Daniel Häfele

Von Daniel Häfele

Biberach - Der ländliche Raum soll wirtschaftsstark und lebenswert bleiben - dafür hat die Wirtschaftsministerin des Landes Baden-Württemberg, Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU), bei ihrem Besuch am Donnerstag in Biberach geworben. Mit Vertretern aus der Kommunalpolitik schaute sie sich Projekte rund um die Themen Unternehmensgründung und Städtebau an. Denn in beiden Bereichen bekommen die Kommunen Unterstützung vom Land.


Baubürgermeister Christian Kuhlmann skizzierte im Verlauf des Nachmittags, welche Sanierungsgebiete die Stadt Biberach seit 1978 angegangen ist. Besonders ging er dabei auf die Gebiete "Alter Postplatz/Saumarkt" und "Innenstadt Südwest" ein. Zu Letzterem zählt auch der Rote Bau, in dem das Stadt- und das Wielandarchiv beheimatet sind. Bei einem Rundgang bekam die Ministerin einen guten Eindruck davon, was die Städtebauförderung bewirken kann. "Ohne die Förderungen hätte der Gemeinderat wohl nie entschieden, das Gebäude zu sanieren", sagte Kuhlmann. "Heute dagegen würde es wohl niemand mehr abreißen wollen."


Um die Stadt besser weiterentwickeln zu können, plädierte Kuhlmann für eine kontinuierlichere Städtebauförderung und größere Gebiete. Gerade für Biberach mit seinen in über 800 Jahre gewachsenen Strukturen sei dies entscheidend, sagte der Baubürgermeister. Als Zukunftsprojekte nannte er das Areal der Firma Vollmer/Feuerwehr, Steigerlager und das Bahnhofsumfeld. "Ich könnte mir auch vorstellen, dass wir drei Sanierungsgebiete gleichzeitig machen", sagte der Baubürgermeister. Bislang wurden maximal zwei Gebiete parallel umgesetzt. Die finanziellen Möglichkeiten hierfür seien vorhanden, so Kuhlmannn weiter. Hoffmeister-Kraut bezeichnete Biberach als "wertvollen Partner" in der Städtebauförderung. Ihr sei es ein wichtiges Anliegen, die ländlichen Regionen für die Menschen attraktiv zu halten. Nur so könne dem Urbaniserungs-Trend entgegen getreten werden.

Freuen sich über die Auszeichnung "Gründerfreundliche Kommune": Landrat Heiko Schmid (von links), Biberachs OB Norbert Zeidler, Nicole Hoffmeister-Kraut, Bernd Schwarzendorfer (Wirtschaftsförderer im Kreis), Laupheims OB Gerold Rechle und Riedlingens Bürgermeister Marcus Schafft .

Ihren Besuch am Donnerstag nutzte die Ministerin auch dazu, die Auszeichnung "Gründerfreundliche Kommune" für ein Gemeinschaftsprojekt des Landkreises und der Städte Biberach, Laupheim und Riedlingen zu übergeben. Wie berichtet, hatte sich die Region mit dem Konzept "Gründung macht Laune" erfolgreich an dem landesweiten Wettbewerb "Start-up BW local" beteiligt. Baden-Württemberg sei einer der innovationsstärksten Wirtschaftsstandorte in der Welt, was sich aber bisher nicht in der Zahl der Unternehmensgründungen widerspiegle, erläuterte Hoffmeister-Kraut dazu. Die Wirtschaft verändere sich, es könne gar von einer "vierten industriellen Revolution" gesprochen werden. Damit der Südwesten den Anschluss nicht verliert, brauche es neue Ideen. Den kommunalen Verwaltungen komme hierbei eine wichtige Bedeutung zu, seien sie doch häufig die ersten Ansprechpartner für die Gründer. Sie ermunterte die Akteure im Kreis Biberach dazu, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.

Copyright Schwäbische Zeitung - Ausgabe Biberach 14.12.2018