Hauk spricht sich für Landwirtschaft mit Tieren aus - 9.2.17

Auch der Biber ist Thema beim CDU-Bezirksfachausschuss in Hailtingen

Minister Peter Hauk (Mitte) zu Gast beim CDU-Bezirksfachausschuss. Von links: Wilfried Jerg, Manuel Hagel (Landtagsmitglied), Norbert Lins (Europaparlamentsmitglied), Thomas Dörflinger (Landtagsmitglied), Minister Peter Hauk, Elisabeth Jeggle, Paul Locherer, Raimund Haser (Landtagsmitglied), Josef Rief MdB, Michael Donth (Bundestagsmitglied) und Klaus Burger (Landtagsabgeordneter für den Kreis Sigmaringen).  Foto: SZ

Hailtingen - Der Bezirksfachausschuss ländlicher Raum der CDU Württemberg Hohenzollern hat sich in seiner vergangenen Sitzung klar zur Tierhaltung bekannt. Im Beisein von Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) sprachen sich die Experten dafür aus, den Tendenzen zur generellen Verunglimpfung von Tierhaltung entgegenzutreten.

"Für mich ist nicht die Frage, wie groß ein Stall ist, sondern wie gut es den Tieren darin geht", sagte der Minister. Er habe auch schon Bioland-zertifizierte Betriebe mit fast 500 Milchkühen gesehen. "Auch dort werden die Tierhaltungsvorschriften eingehalten. Größe allein sagt also nichts." Grundsätzlich befürworte er die Diskussionen rund um den Tierschutz. "Aber nicht alles, was hier verbreitet wird, ist wahr. Und nicht alles hilft."

Hauk äußerte sich auch zu europa- und bundespolitischen Agrarthemen, die die CDU-Abgeordneten aus dem Landtag, dem Bundestag und dem Europaparlament gerne in die aktuellen Beratungen mit einbeziehen. Insbesondere die Initiative Hauks, das Bibermanagement endlich anzugehen, begrüßten die Ausschussmitglieder ausdrücklich. Nach Meinung der Experten vor Ort hat der Biber eine Population erreicht, die den aktuellen Schutzstatus nicht mehr rechtfertigt. In einer Studie lässt Hauk deshalb prüfen, wie viele Tiere aktuell in Baden-Württemberg leben und welche Schäden - nicht nur für Landwirte, sondern auch für Kommunen und Unternehmen - sie anrichten. "Für den Dachs gibt es auch eine eigene Lösung, vielleicht brauchen wir eine solche beim Biber auch", sagt der CDU-Bundestagsabgeordnete Josef Rief.

Hauk verwies im Bereich Landwirtschaft auf die Stärkung regionaler Marken und der regionalen Versorgung generell. "Im Bereich der Schweine sind wir in Baden-Württemberg noch nicht einmal mehr Selbstversorger. Und regionale Supermarktketten würden mehr regionales Gemüse verkaufen, wenn sie es denn bekämen."

Vor diesem Hintergrund will Hauk auch die Förderkulissen im Land überprüfen. "Obergrenzen klingen gut. Aber wenn eine bestimmte Größe nicht ausreicht, um wettbewerbsfähig zu sein, müssen wir Obergrenzen überdenken."

Copyright Schwäbische Zeitung, Ausgabe Riedlingen - 09.02.2017