Denkanstöße aus der Marktforschung beim HGV - 12.1.17

Neujahrsempfang in Fischbach lockt viele Besucher an

Beim Neujahrsempfang war politische Prominenz vertreten: (von links) der Landtagsabgeordnete Thomas Dörflinger (CDU), der Bundestagsabgeordnete Martin Gerster (SPD), der Ummendorfer Bürgermeister Klaus B. Reichert, die Fischbacher Ortsvorsteherin Karin Fischbach, der HGV-Vorsitzende Klaus Wöhl und der Bundestagsabgeordnete Josef Rief (CDU).

Fischbach - Beim Neujahrsempfang des Handels- und Gewerbevereins (HGV) Ummendorf/Fischbach haben die vielen Besucher Denkanstöße erhalten, wie Verbraucher durch Marktforschung beeinflusst werden. Der HGV-Vorsitzende Klaus Wöhl sprach außerdem über Flüchtlinge in Zeiten des Terrors.

Nach einer musikalischen Einleitung durch eine Holzbläsergruppe des Musikvereins hielt der Marktforscher Thomas Dobbelstein bei dem Neujahrsempfang einen informativen und kurzweiligen Vortrag. Auch wenn der Referent aus unvorhergesehenen privaten Gründen seinen Vortrag abkürzen und die Gemeindehalle in Fischbach unmittelbar danach verlassen musste, waren die Reaktionen der Gäste positiv. Der Wirtschaftsprofessor Dobbelstein lehrt unter anderem an der Dualen Hochschule Ravensburg und ist daneben Geschäftsführer des Marktforschungsinstituts Customer Research 42. In seinem Vortrag in Fischbach gab er Einblicke in die Methoden der Marktforschung.

So manchem Zuhörer dürfte klar geworden sein, wie er in seinem Denken manipuliert werden kann. Auch die anwesenden Bundes- und Landtagsabgeordneten erhielten in Dobbelsteins Vortrag einige Denkanstöße, da Marktforschung auch in der Politik angewendet werden kann.

Nach einer weiteren Einlage der Musiker hielt der HGV-Vorsitzende Wöhl eine Rede. Er sprach den Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt an. Hier erkannte er ein vielfaches Versagen von Behörden und Politik. Es könne nicht sein, dass Terroristen nahezu unbehelligt unter Beobachtung der Behörden ihre Wahnsinnstaten verüben könnten, sagt Wöhl. Auch die vorschnelle Reaktion einiger populistischer Politiker, die unschuldige Flüchtlinge mit Terroristen in einen Topf würfen, kritisierte Wöhl. scharf. Er empfahl solchen Populisten, bei solchen Nachrichten einfach einmal für ein paar Stunden zu schweigen und nicht mit der Not und dem Elend von Opfern politische Ziele zu verfolgen. Auf der anderen Seite müsse aber auch jeder Flüchtling, der unsere Hilfe offensichtlich missbrauche und sich gegen unsere gemeinsamen Werte wende, konsequent nach geltenden Gesetzen behandelt werden. Nur dann könne man mit dem Verständnis und der Hilfsbereitschaft der Bevölkerung rechnen, sagte Wöhl.

Nach einer weiteren musikalischen Einlage standen die Besucher noch lange zusammen und unterhielten sich angeregt mit den anwesenden Abgeordneten und den Gemeinde- und Ortschaftsräten.

Copyright Schwäbische Zeitung, Ausgabe Biberach - 12.01.2017