Bauen mit dem Entwicklungsprogramm im Boot - 26.1.19

Minister Hauk besichtigt Baustelle in Schwendi - Neue Nutzung für alte Gebäude

BAUSTELLENBESUCH: Bürgermeister Karremann, Minister Hauk, MdL Dörflinger, Bauherr Günter Brugger und die Ortsvorsteher Paula Scheffold sowie Werner Jans (v.l.) unter dem Dach der früheren Scheune. Foto: Axel Pries

Von Axel Pries

Schwendi - Hochrangigen Besuch hat das Ehepaar Brugger in Orsenhausen am Donnerstag bekommen: Peter Hauk, Minister für ländlichen Raum in Baden-Württemberg, stattete der Baustelle einen Besuch ab, an der das Paar seit Jahren arbeitet. Der Besuch hatte Grund: Die Bruggers nutzen für ihr Projekt eine Förderung des Landes, das unter anderem Neubauten im Bestand älterer Gebäude unterstützt. Dahinter steht das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR).


Die Familie baut ein altes Scheunengebäude zu einer eigengenutzten und zwei Mietwohnungen um. Es ermöglicht dem Investor mit seiner Familie ein Mehrgenerationen-Wohnen zusammen mit den Eltern im benachbarten Wohnhaus. Dazu sind größere Umbauten nötig, die Familie entfernte eine asbesthaltige Außenhaut und baut eine Holzpelletheizung ein. Die Dämmung des Gebäudes erfolgte mit Holzfaserplatten. Das Engagement zur weiteren Nutzung des ehemaligen landwirtschaftlichen Gebäudes belohnte das Land mit einem fünfstelligen Zuschauss - und zwar auf relativ unbürokratische Weise, wie Bauherr Günter Brugger feststellte.


Es gibt weitere Nutznießer vom ELR, erklärte Schwendis Bürgermeister Günther Karremann bei einem Treffen im Rathaus, zu dem er neben dem Minister auch den CDU-Landtagsabgeordneten Thomas Dörflinger und Vertreter der Ortschaften begrüßte. Seit 2016 seien allein in der Gemeinde Projekte für 903 000 Euro gefördert worden - überwiegend privater Natur. Auch in diesem Jahr soll Geld nach Schwendi fließen: Elf Projekte sind mit dem ELR geplant, davon neun private.


In der Tat erfreut sich das ELR großer Beliebtheit, erklärt Thomas Dörflinger. Dafür würden derzeit 67 Millionen Euro bereitgestellt, und es werde 2020 noch auf 75 Millionen Euro aufgestockt. Dabei: "Es könnte doppelt so viel Geld sein."

Copyright Schwäbische Zeitung - "Wir im Süden" vom 31.1.2019