Deutliches Signal für Standort Biberach - 9.11.16

Boehringer Ingelheim legt Grundstein für neues Verwaltungsgebäude


Große Freude herrscht bei der Grundsteinlegung des neuen Verwaltungsgebäudes von Boehringer Ingelheim in Biberach (v. l.): Douglas Khoo (Leitung Infrastruktur), Ministerin Nicole Hoffmeister-Kraut, Stefan Rinn (Landesleiter Deutschland) und Winfried Zweil (Projektleiter).  SZ-Foto: Tanja Bosch

Von Tanja Bosch

Biberach sz. 40 Millionen Euro investiert der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim in ein neues Verwaltungsgebäude in Biberach. Künftig sollen dort 600 Mitarbeiter einen Arbeitsplatz haben. Der Grundstein für dieses innovative Verwaltungsgebäude wurde am Dienstag gelegt. Die Fertigstellung ist für Anfang 2018 geplant. Zu Gast war unter anderem Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU), die baden-württembergische Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau. „Dieser Tag gibt uns positiven Rückenwind in Baden-Württemberg“, sagte die Ministerin. „Es freut mich sehr, dass Boehringer Ingelheim weiter investiert und somit auch ein Bekenntnis für den Standort Biberach abgibt.“

Für das Familienunternehmen spielt der Standort Biberach ebenfalls eine entscheidende Rolle: „Die Produktivität in Biberach ist besonders gut“, sagte Stefan Rinn, Deutschlandchef von Boehringer Ingelheim. „Wir hoffen, dass das so bleibt, und investieren gerne.“ Der Standort solle mit dem neuen Bürokomplex zudem abgesichert sein, deshalb werde auch immer weiter investiert. „Wir wollen mit dem neuen Verwaltungsgebäude aber auch up to date bleiben.“ Denn es beinhalte ein innovatives Smart-Working-Raumkonzept.

„Arbeiten neu denken“

Was damit gemeint ist, erläuterte Douglas Khoo, Bereichsleiter für Infrastruktur, in seinem Grußwort. „Das ist für uns heute ein Meilenstein. Wir gehen damit bewusst ganz neue Wege“, sagte er. „Beim Konzept Smart Working geht es darum, das Arbeiten neu zu denken.“ Die Herausforderung liege dabei auf einer innovativen Form des flexiblen Arbeitens. „Der Austausch von Wissen im Team ist entscheidend“, sagte Douglas Khoo. „Durch mehr Kommunikation wollen wir die Kreativität der Mitarbeiter und somit auch die Innovation fördern.“ Im Gebäude solle es unterschiedliche Zonen geben: Einzelarbeitsplätze, aber auch viele Teamflächen.

Das neue sechsstöckige Gebäude entsteht im nördlichen Teil des Werksgeländes. Auf einer Nutzfläche von rund 13000 Quadratmetern finden künftig rund 600 Mitarbeiter moderne Arbeitsplätze vor. Der Bau ermöglicht die Zusammenführung von Arbeitsgruppen, die bisher auf verschiedene Gebäude am Standort verteilt sind. Beim geplanten offenen Raumkonzept soll es keine festgelegten Strukturen mehr geben, Arbeitsplätze können frei gewählt werden, unabhängig von Team und Ort, je nach individuellem Bedarf. Die Mitarbeiter werden laut Projektleiter Winfried Zweil bereits jetzt in die Planungen einbezogen. „Sie sind es schließlich, die am Ende dort arbeiten werden“, sagte er. „Es wird natürlich ein anderes Arbeiten als in einem Zweierbüro.“ Er ist aber zuversichtlich, dass die neue Arbeitsweise überzeugt.

Neben dem Smart Working soll auch die Nachhaltigkeit des neuen Gebäudes eine große Rolle spielen. Der Neubau wurde als energieeffizientes Gebäude ausgelegt und entspricht den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen. Ins Erdgeschoss komme außerdem eine Cafeteria, die eine weitere Kommunikationsmöglichkeit für die Mitarbeiter darstelle.

Dass Boehringer Ingelheim weiter in den Standort Biberach investiert, sehen auch die Politiker aus der Region gerne. Bei der Grundsteinlegung waren unter anderem der Landtagsabgeordnete Thomas Dörflinger, Landrat Heiko Schmid und Biberachs Erster Bürgermeister Roland Wersch zu Gast.

„Für mich ist das wirklich ein wichtiger Tag“, sagt Thomas Dörflinger. „Diese große Investition zieht auch Aufträge fürs Handwerk nach sich.“ Außerdem sei es ein gutes Zeichen, dass der Pharmakonzern in Biberach weiter investiere. „Vor allem nachdem es mit der großen Vergabe nicht geklappt hat“, ergänzt der CDU-Landtagsabgeordnete. Damit meint er die Investition einer halben Milliarde Euro in die Sparte Biopharmazie, für die vor einem Jahr letztendlich Wien den Zuschlag bekommen hat und nicht Biberach.

Auch für Roland Wersch ist dieses Signal jetzt entscheidend: „Wir brauchen vernünftige Arbeitsbedingen, vor allem in den Bereichen Entwicklung und Forschung. Der Neubau ist deshalb unbedingt nötig.“ Die Stadt habe die „Wien-Entscheidung“ sportlich gesehen, jetzt sei es allerdings wichtig, dass es weitergehe. „Und das tut es glücklicherweise am Standort Biberach, da können nun Akzente gesetzt werden.“

Landrat Heiko Schmid bezeichnet die Vergabe an Wien als Schattenseite. „Aber jetzt sehen wir zum Glück auch wieder viele Sonnenflecken“, sagt er. „Es ist fulminant, was hier gerade passiert.“ Seit zehn Jahren verfolge er intensiv das stetige Wachstum von Boehringer Ingelheim: „Ich bin froh und stolz, dass wir dieses Unternehmen in unserem Kreis haben.“ Besonders beeindruckend findet er auch das Smart-Working-Konzept: „Bis wir in der Verwaltung einmal so weit sind, dauert aber noch.“

Copyright Schwäbische Zeitung, Online-Ausgabe Biberach - 9.11.2016

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