Fachkräfte bildet man am besten selber aus - 13.10.16

Bei der Firma Manz in Herrlishöfen informieren sich Politiker und Funktionäre über Handwerksthemen

Franz Manz (von links) zeigte dem Abgeordneten Thomas Dörflinger, dem Handwerkspräsidenten Joachim Krimmer und dem Kammergeschäftsführer Tobias Mehlich seinen Betrieb.  sz-Foto: Franziska Telser

Von Franziska Telser

Herrlishöfen - Bei einem Besuch der Firma Manz in Herrlishöfen haben der Landtagsabgeordnete Thomas Dörflinger (CDU) und Vertreter der Handwerkskammer Ulm über aktuelle Themen rund um das Handwerk diskutiert.

"Die Ausbildung von guten Facharbeitern ist das A und O", sagte Franz Manz, Geschäftsführer der Firma Manz. 14 Auszubildende sind derzeit bei ihm beschäftigt. Dass das Unternehmen so viele Leute selbst ausbildet, ist vor allem auf den akuten Fachkräftemangel zurückzuführen. "Es ist die beste Möglichkeit. Gute Fachkräfte sind im Moment sehr schwer zu bekommen", sagte Manz. Unter den Auszubildenden ist auch ein 38-jähriger Mann aus Eritrea, der als Flüchtling nach Deutschland gekommen ist.

Der Präsident der Handwerks- kammer, Joachim Krimmer, und der Kammerhauptgeschäftsführer Tobias Mehlich besichtigten den Betrieb und tauschten sich mit Manz und Dörflinger aus. "Die Bereitschaft der Unternehmen, Flüchtlinge auszubilden, ist auf jeden Fall da", sagte Mehlich. Er berichtete, dass Geflüchtete in sogenannten Vorbereitungsklassen Arbeit und Beruf (VAB) in beruflichen Schulen durch Kultur- und Sprachunterricht gefördert werden, bis sie bereit für eine Ausbildung seien. So könnten sich Flüchtlinge integrieren und die Betriebe Engpässen entgegenwirken. "Das Handwerk ist der Bereich, wo die meisten Geflüchteten unterkommen", sagte auch Thomas Dörflinger.

Der Handwerksbetrieb wächst in rasantem Tempo

Franz Manz zeigte den Besuchern sein Unternehmen. Den Handwerksbetrieb, der mittlerweile 71 Mitarbeiter beschäftigt, hat er selbst 1989 gegründet. Damals wurde der Hof seiner Eltern zur Schlosserei umgebaut. "Seitdem verdoppelt sich der Betrieb im Schnitt alle drei Jahre", sagte Manz. Besonders stolz sei er auf die Fertigung von Montagegruben, die eine Gesamtlänge von bis zu 28 Metern haben können. Der Rundgang endete mit seinem "ganz persönlichen Spleen", wie Manz es nannte: seiner Sammlung alter Schlossermaschinen.

Copyright Schwäbische Zeitung, Ausgabe Biberach - 13.10.2016

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